Einsparungen

Große Ersparnis bei der Stromrechnung

Die Stiftung Warentest sieht viele Möglichkeiten für die Verbraucher, ihre Energiekosten zu senken

Viele Verbraucher könnten bei ihrer Stromrechnung mehrere hundert Euro im Jahr sparen. Dafür müssten sie zu einem günstigeren Anbieter wechseln und selbst etwas weniger Strom nutzen. Der Aufwand hält sich angeblich in Grenzen. Zu dem Schluss kommt zumindest die Stiftung Warentest. Für ihre Oktober-Ausgabe hat „Finanztest“ Grundversorgungstarife in 20 Städten verglichen und den Stromverbrauch untersucht.

In Berlin ist erst am 3. November der Versuch einer Stromrebellion gescheitert. Der Volksentscheid für die Einführung eines eigenen Öko-Stadtwerks verfehlte nur knapp die erforderlichen Stimmen. Für die Organisatoren war das natürlich eine Enttäuschung. Doch einen guten Nebeneffekt hatte die Sache: So viele Berliner Bürger wie nie zuvor haben sich ernsthaft mit Energieversorgung und der ganz grundsätzliche Frage, woher der Strom eigentlich kommen soll, auseinandergesetzt. Wenn dieser Schwung anhält, dürfte es folglich hier auch mehr Wechselwillige geben als in anderen Städten. Zumal die Stiftung Warentest darauf hinweist, dass die Ummeldung zu einem anderen Anbieter viel einfacher ist als gedacht.

Die damit verbundenen Einsparungen sind beachtlich, wie drei Beispiele zeigen. So könnte offenbar ein durchschnittlicher Familienhaushalt in Essen mit einem Jahresverbrauch von 5500 Kilowattstunden etwa 321 Euro sparen, wenn er vom örtlichen Versorger zu einem anderen Anbieter wechselt. In Frankfurt/Main könnte laut „Finanztest“ ein Plus von 280 Euro auf der Stromrechnung auftauchen, wenn ein Kunde vom Grundversorgungstarif zu einem anderen Anbieter geht. In Leipzig sollen Einsparungen von bis zu 223 Euro möglich sein.

Geringe Wechselbereitschaft

In diesen Beispielrechnungen bezogen die Kunden bislang eine Grundversorgung beim örtlichen Stromanbieter. Das bedeutet, dass diese Verbraucher noch nie den Tarif gewechselt haben. Konkrete Zahlen für Berlin gab es zunächst nicht. „Finanztest“ will am Donnerstag eine ausführliche Liste auf ihrer Internetseite bereitstellen.

Stromkunden sollten ihren Tarif überprüfen. Denn „Finanztest“ zufolge können auch Kunden, die bei den örtlichen Stromanbietern in einem günstigen Tarif sind, durch einen Wechsel noch Geld sparen. In den eben beschriebenen Fällen wären in Essen Einsparungen von bis zu 170 Euro möglich, in Frankfurt/Main bis zu 190 Euro.

Offenbar haben erst 17 Prozent der Haushalte schon einmal den Anbieter gewechselt. Eine erstaunlich niedrige Zahl, wenn man bedenkt, dass Strom für Verbraucher schon seit Jahren teurer wird. Ein Grund ist die sogenannte EEG-Umlage zur Förderung der erneuerbaren Energien. Sie erhöht sich für 2014 auf 6,24 Cent pro Kilowattstunde. Für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 5500 Kilowattstunden sind das zusammen mit der Mehrwertsteuer rund 400 Euro.

Dazu kommen die Netzentgelte für den Betrieb und Ausbau der Stromnetze. Sie machen etwa ein Fünftel der Stromkosten aus, dürften aber im Zuge der Energiewende weiter steigen, weil in das Netz investiert werden muss. Steuern und Abgaben machen etwa 40 Prozent des Strompreises aus.

Dem privaten Verbraucher bleibt zum Sparen vor allem der Wechsel zu einem anderen Anbieter. Wenn man sich für einen neuen Energieversorger entscheidet, gibt es einiges zu beachten. Die Kündigungsfrist sollte nicht länger als sechs Wochen sein. Auch sollte der Tarif eine Preisgarantie für mindestens zwölf Monate vorsehen. Wichtig ist auch, dass die Kunden ihre Abschläge monatlich bezahlen können. Sonst geht schnell der Überblick über die Rechnung verloren.

Mit dem Wechsel zu einem günstigeren Anbieter allein ist es jedoch nicht getan. „Finanztest“ zeigt auch, wie viel Geld jeder Haushalt sparen kann, wenn er seine Elektrogeräte sinnvoller einsetzt. So macht es durchaus einen Unterschied, wenn man nur zum Lesen der E-Mails ein Tablet oder Notebook verwendet, anstatt einen großen PC mit LCD-Monitor hochzufahren. Im Jahr kann die Ersparnis bei bis zu 30 Euro liegen. Ähnliche Vergleichsrechnungen gibt es für Haushaltsgeräte in der Küche.

Viele Waschmittel sind so gut, dass Wäsche schon bei 40 Grad sauber wird und nicht auf 60 Grad gewaschen werden muss. Das senkt die Stromkosten um 40 Prozent. Verwendet man bei der Spülmaschine das Sparprogramm anstatt des Kurzprogramms lässt sich der Stromverbrauch um ein Drittel mindern. Laufen Elektrogeräte im Standby-Modus weiter, kann das die Stromrechnung um 30 Euro im Jahr nach oben treiben.

Mehr Informationen unter www.test.de/strompreise