Motorsport

Automobilklub ADAC will den Nürburgring kaufen

Der Nürburgring ist traditionell so etwas wie die Haus-Rennstrecke des ADAC. Schon beim Eröffnungsrennen 1927 war der Automobilklub dabei. Dann gab es die Internationalen ADAC-Eifelrennen, über Jahrzehnte das Aushängeschild für den Motorsport in Deutschland. 1995 holte der Klub sogar die Formel 1 auf den Nürburgring zurück. Darum will er nicht untätig warten, bis ein Investor den insolventen Betreiber der Rennstrecke übernimmt.

Lieber bringt der vermögende Verein künftig selbst Millionenbeträge auf, um als Betreiber einzusteigen. „Wir reißen uns nicht um die Rennstrecke. Aber wir wollen sicherstellen, dass der Nachwuchs- und Breitenmotorsport weiter wirtschaftlich vertretbar durchgeführt werden kann“, sagt ADAC-Motorsportchef Lars Soutschka auf Anfrage.

Der Rennstreckenbetreiber Nürburgring GmbH meldete im Juli 2012 nach einer fehlgeschlagenen Investitionspolitik mit Erlebnisweltgebäuden Insolvenz an. Seither beobachtet der ADAC, was aus der Strecke wird. „Wir veranstalten weit über 50 Prozent aller Veranstaltungen am Nürburgring. Da ist es für uns wichtig, wie es weitergeht“, sagt Soutschka.

Vergangenen Woche sei daher eine ernsthafte Interessensbekundung an den Insolvenzverwalter der Rennstrecke abgegeben worden, ohne sich auf den Preis festzulegen. „Wir wollen uns jetzt im Detail die Zahlen und Fakten anschauen. Daraus können wir dann kalkulieren. Unser Ziel ist es, zu vertretbaren Konditionen am Nürburgring weiter Motorsport zu betreiben. Es muss letztlich wirtschaftlich rentabel sein“, sagt der ADAC-Motorsportchef. Dabei sei die Rennstrecke für den ADAC von Interesse und nicht die ebenfalls angebotenen Freizeiteinrichtungen.

Angeblich gibt es bislang sechs Interessenten für die Anlage. Wie viel Geld der Einstieg bei der Nürburgring-Betreibergesellschaft kostet, wollte ein ADAC-Sprecher nicht sagen. Das Gesamtpaket aus Rennstrecke, Freizeitpark und Hotel soll ein Volumen von grob 120 Millionen Euro haben, heißt es bei Insidern.

Kürzlich ist der ADAC über seine Wirtschaftstochter zusammen mit der Deutschen Post in den Fernreisebusmarkt eingestiegen. Der Klub ist unter anderem auch Reiseunternehmer, Mietwagenverleiher und Deutschlands größter Verkehrs-Rechtsschutzversicherer. Er kommt bei 8500 Beschäftigten auf Beitragseinnahmen von rund einer Milliarde Euro und einen Umsatz von in gleicher Höhe.