Beitragssenkung

Allianz senkt die Beiträge für privat Krankenversicherte

Post von der privaten Krankenversicherung war für deren Kunden zuletzt selten ein Anlass zur Freude.

Denn je nach gewähltem Tarif stiegen die Beiträge in den vergangenen Jahren immer weiter, zum Teil sehr kräftig. Doch nun das: Die Allianz kündigte an, ihre Beiträge 2014 nicht nur stabil zu halten, sondern sogar zu senken – wenn auch nur minimal. Andere große Anbieter haben Ähnliches vor. Die Sorgen der Versicherten wird dies freilich kaum vom Tisch wischen – zeugt die Entwicklung doch eher von einem schärferen Wettbewerb in der Branche als von der Beseitigung aller strukturellen Probleme. Und: Für so manchen Kunden dürfte es auch 2014 wieder teurer werden.

Die Allianz Private Kranken, die Nummer drei auf dem deutschen Markt, werde die Beiträge 2014 im Schnitt leicht senken, berichtete das Unternehmen. Das Minus bewege sich allerdings im Bereich von unter einem Prozent, wie eine Sprecherin sagte. In den meisten Tarifen blieben die Beiträge konstant, Erhöhungen werde es nur in wenigen Tarifen geben. Wie stark die Beiträge in der Spitze steigen und ob einzelnen Kunden somit dennoch eine unliebsame Überraschung droht, legt die Allianz nicht offen. Im vergangenen Jahr hatte die Allianz, die 690.000 vollversicherte Kunden zählt, die Beiträge im Schnitt um vier Prozent erhöht.

Mit seinen Prämien liegt der Versicherungsriese durchaus im Trend. Auch mehrere andere private Krankenversicherer, darunter der Marktführer Debeka, hatten für 2014 stabile oder leicht sinkende Beiträge angekündigt. In der Branche ist davon die Rede, dass dies für mindestens ein Drittel des Marktes gelte. Damit hoffen die Versicherer, der öffentlichen Debatte um die Entwicklung ihrer Prämien etwas die Schärfe zu nehmen. Besonders im Wahlkampf hatten die teilweise äußerst happigen Beitragserhöhungen für Empörung gesorgt und einmal mehr den Ruf aus vielen Lagern nach politischen Reformen laut werden lassen.

Allerdings ist Kunde nicht gleich Kunde. Denn die finanziellen Spielräume der stärkeren Anbieter kommen nicht allen ihren Versicherten zugute, wie das Beispiel der Allianz zeigt. Merklich billiger wird es nur für Neukunden. Für sie sollen die Beiträge um bis zu zehn Prozent sinken – davon können die meisten Bestandskunden nur träumen. Die Allianz verweist auf regulatorische Vorschriften, die wenig Spielraum ließen, wie sich die Beiträge in welchen Versicherungstarifen entwickelten.