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Erster Mieter im neuen Gründer-Campus

Digitalagentur Exozet mietet 2000 Quadratmeter im Offiziershotel am Flughafen Tempelhof

Die Digitalagentur Exozet legt den Grundstein für einen neuen Start-up-Campus auf dem ehemaligen Berliner Flughafen Tempelhof. Diesen Campus hatte die Unternehmensberatung McKinsey in ihrer kürzlich vorgelegten Berliner Gründerstudie gefordert.

Die Digitalagentur mietet dort eine Fläche von insgesamt 2000 Quadratmetern in der sechsten Etage des Hauptgebäudes mit Blick über das Tempelhofer Feld. Etwa 120 Mitarbeiter entwickeln dort Internetangebote, Multiscreen-TV-Plattformen, Spiele und Smartphone-Applikationen.

Der Aufbau eines zentralen Berliner Gründer-Campus legt laut der McKinsey-Studie den Grundstein dafür, Berlin zur führenden Start-up-Metropole Europas zu entwickeln. Als Standort favorisiert der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) den ehemaligen Zentralflughafen Berlin-Tempelhof.

„Tempelhof hat alles, was ein Kreativknotenpunkt braucht", sagte Frank Alexander Zahn, Geschäftsführer und Gründer von Exozet. „Die Lage im Herzen Berlins, die ungewöhnliche Bürofläche und das benachbarte Tempelhofer Feld waren für uns ausschlaggebend.“ Zahn sieht den Flughafen als kreativen Inkubator und sein Unternehmen als Geburtshelfer: „Exozet ist seit fast 20 Jahren in der Branche etabliert. Wir investieren seit Jahren in erfolgsversprechende Start-ups und haben auch viele als Kunden. Wir freuen uns darauf, in Tempelhof Motor und Unterstützer für Gründer zu sein."

Die Tempelhof Projekt GmbH, die für die Vermietung und Entwicklung des Flughafengebäudes zuständig ist, hat Exozets Bürofläche in den vergangenen Monaten kernsaniert. Dabei kam dem Denkmalschutz eine wichtige Rolle zu: So ist auf dem Fußboden der frühere Grundriss markiert. Drei Wandbilder der amerikanischen Alliierten bleiben erhalten, ebenso wie ein Besprechungsraum mit ursprünglicher Holzvertäfelung.

„Die Geschichte ist unser permanenter Begleiter. Der Flughafen Tempelhof war immer ein Ort des Wandels, der Neuerfindung und der kreativen Pioniere. Dies gilt auch für die Zukunft“, erklärt Gerhard Steindorf, Geschäftsführer der Tempelhof Projekt GmbH in einer Mitteilung. „Das Flughafengebäude soll zu einem kreativen Inkubator Berlins werden. Dafür suchen wir gezielt Mieter aus der IT- und Kommunikationsbranche. Wir freuen uns sehr, mit Exozet einen Mieter gefunden zu haben, der unsere Ziele mit Begeisterung teilt und sie verkörpert.“

Dabei geht es vor allem um das Gebäude mit der technischen Bezeichnung „H2Rund“ gegenüber dem Polizeipräsidium. Im ehemaligen Offiziershotel der US-Streitkräfte stehen Flächen mit 9000 Quadratmetern für das Kreativzentrum zur Verfügung.

Im gesamten Flughafengebäude sind ein Drittel der Flächen auf lange Zeit vermietet (unter anderem an das Polizeipräsidium und die Verkehrslenkung), ein Drittel wird für Veranstaltungen genutzt und ein weiteres Drittel, insgesamt 60.000 Quadratmeter Nutzfläche, soll nach einer denkmalgerechten Sanierung vermietet werden.

„Nach der Veröffentlichung der Gründerstudie hatten wir eine Menge Anfragen“, sagt Martin Pallgen, Sprecher der Tempelhof Projekt GmbH. Die verschiedenen denkbaren Modell würden nun diskutiert – von Co-Working-Büros bis hin zu einem neuen Kreativcampus. Die Ansiedlung von Exozet bezeichnete er als „Leuchtturm mit Signalwirkung“.