Immobilien

Auf Wohnungssuche mit dem Internet-Fernseher

Es ist kein wirklich runder Geburtstag, Berlins Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer (CDU) kommt dennoch zu Immobilienscout24.

Die Internetplattform für den Verkauf und die Vermietung von Wohnungen feiert ihr 15-jähriges Bestehen. Das Berliner Unternehmen ist 1998 gestartet. Inzwischen arbeiten dort 600 Beschäftigte. Die monatlich 10,5 Millionen Nutzer finden auf der Plattform 1,5 Millionen Immobilienangebote in zehn Ländern.

Auf Immobilienscout24 werden pro Monat 300 Millionen Exposés abgerufen – mehr als die Hälfte mit Smartphones und Tablets. 73.000 private und 45.000 gewerbliche Immobilienanbieter nutzen die Plattform. Umsatzzahlen veröffentlicht das Unternehmen, eine 100-prozentige Tochter der Deutschen Telekom, nicht. Das Geschäftsmodell beruht auf dem Verkauf von Immobilienanzeigen, einem kostenpflichtigen Experten-Portal und Immobilienbewertungen.

Wirtschaftssenatorin Yzer bezeichnete die Internetplattform als „Premiumunternehmen der Berliner IT- und Digitalwirtschaft“ und als ein Beispiel für eine erfolgreiche Investition des Landes. Die Plattform sei von 15 Jahren mit einer Frühphasenfinanzierung über 2,5 Millionen Euro gestartet worden. Berlin liege mit Gründungen im Bereich der digitalen Wirtschaft deutschlandweit an der Spitze, sagte die Senatorin. Mehr als 133 Millionen Euro Wagniskapital seien im vergangenen Jahr in die Stadt geflossen – mehr als die Hälfte des Wagniskapitals insgesamt, das Deutschland erreichte. Yzer bezeichnete es als wichtig, dass Immobilienscout24 den Gründer-Brutkasten „YouIsNow“ betreibt, wo seit 2010 innovative Technologien entstehen.

Die Entwicklung neuer Produkte nimmt bei Immobilienscout24 einen breiten Raum ein. In dem Unternehmen arbeiten 100 Entwickler. Darüber hinaus gibt es eine Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut. Dort wird zur Zeit die erste Anwendung für internetfähige Fernsehgeräte (Smart TV) entwickelt. „Das digitale Wohnzimmer ist längst Realität geworden“, sagte Christian Henk, Chef des Produktmanagements. 59 Prozent aller neu verkauften Fernseher seien inzwischen internetfähig.

Die neue Smart-TV-App zeigt Videopräsentationen der Wohnungsangebote, Image-Filme über Wohngegenden sowie Ratgeber-Videos. Ferner können Daten zum sozialen Umfeld einer Wohngegend abgerufen werden. Die TV-App lässt sich mit wenigen Klicks mit dem Smartphone koppeln, so dass die dort gefundenen Immobilien-Exposés auch auf dem großen Bildschirm angesehen werden können. Die Fernseh-App soll im ersten Quartal 2014 live geschaltet werden.

Eine weitere Anwendung greift auf das Suchverhalten des Internetschwarms (Crowdsourcing) zurück und illustriert die Suchkonkurrenz, indem Anfragen und Angebote grafisch gegenübergestellt werden. In einer dritten Anwendung, die demnächst erscheint, werden Entfernungen zwischen Immobilien und Arbeitsstätte dargestellt.

Mehrere Internetportale sind auf dem Immobilienmarkt aktiv, unter anderem auch von Axel Springer (“Bild“, Berliner Morgenpost). Immonet bietet Wohnungen und Gebäude in Deutschland an, Immoweb in den Benelux-Staaten und Seloger in Frankreich.