Technologiemarkt

Die Konkurrenz setzt Apple zu

Trotz Rekordverkauf des iPhones sinkt der Gewinn. Zudem fehlt dem Konzern ein neues Produkt

Die scharfe Konkurrenz durch den Smartphone-Marktführer Samsung macht Apple immer stärker zu schaffen. Trotz eines iPhone-Rekordabsatzes im abgelaufenen Quartal schrumpfte der Gewinn des US-Technologie-Konzerns erneut. Weil zunehmend billigere Modelle gefragt sind, hat auch Apple seine Produktpalette um das etwas günstigere iPhone 5C erweitert. Das Problem: Mit diesen Smartphones verdient der größte Technologiekonzern der Welt nicht mehr so viel Geld.

Dazu kommt noch eine andere Schwierigkeit: Branchenexperten fragen sich seit längerem, mit welchem Gerät Apple nach iPhone und iPad künftig seine Umsätze ankurbeln will. Zuletzt hatte der Konzern zwar mehrere Produkt-Aktualisierungen vorgestellt, darunter die neuen iPads. Viele Experten aber halten dem Management vor, dass Apple unter dem verstorbenen Firmengründer Steve Jobs viel kreativer war. Apple-Chef Cook hatte deshalb bereits angekündigt, dass der Konzern voraussichtlich im kommenden Jahr in neue Produktkategorien vorstoßen wird. Berichten zufolge arbeitet Apple an einer Smartwatch.

Erfolgreich war Apple in den vergangenen jahren vor allem wegen seiner bahnbrechenden neuen Produkte: 2007 schuf der Konzern den Smartphone-Markt mit dem iPhone. Inzwischen hat Samsung Apple aber überholt. Die Südkoreaner kommen Schätzungen zufolge auf einen Marktanteil von mehr als 35 Prozent, Apple nur noch auf rund 13 Prozent. Und: Samsung hat eine große Bandbreite von Smartphones zu unterschiedlichen Preisen im Angebot. Die Koreaner warnten allerdings jüngst vor einem Ende des Smartphone-Booms. Angesichts des zunehmenden Wettbewerbs würden die Verkäufe nicht mehr so stark zulegen wie gewohnt. Mit dem iPad schuf Apple dann 2010 wieder einen neuen Markt. Hier führt der Konzern noch. An diesem Freitag kommt das neue, leichtere iPad Air auf den Markt. Vor dem Berliner Apple-Laden richtete sich am Dienstag bereits der erste Kunde auf das lange Warten ein: Phil Gesierich aus Hellersdorf.

Trotz der Rekord-Verkaufszahlen fürs iPhone ist der Jahresgewinn von Apple erstmals seit elf Jahren gesunken. Unterm Strich verdiente der Konzern im Geschäftsjahr 2012/2013 (30. September) 37 Milliarden Dollar (26,8 Milliarden Euro), ein Minus von elf Prozent. Vor allem der Verkauf von Macintosh-Computern schwächelte, aber auch der des Tabletcomputers iPad. Hier setzt Apple aber aufs Weihnachtsgeschäft.

Im Gegensatz zum Gewinn stieg der Umsatz um neun Prozent auf 170,9 Milliarden Euro. Auch im vierten Quartal 2012/2013 stieg der Umsatz um vier Prozent, während der Gewinn in dem Zeitraum zum dritten Mal in Folge sank: Apple verdiente von Juli bis September 7,5 Milliarden Dollar, das waren 8,6 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Verkaufsschlager von Apple war eindeutig das iPhone: Das Smartphone des Elektronikriesen war das einzige Produkt, dessen Umsatz im vierten Quartal noch stieg, um 17 Prozent auf 19,5 Milliarden Dollar. Insgesamt verkaufte Apple in dem Zeitraum 33,8 Millionen dieser Geräte, 26 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Mit Macintosh-Computern hingegen nahm Apple im letzten Quartal des Geschäftsjahres 15 Prozent weniger ein, mit den iPod-Musikspielern sogar 30 Prozent weniger und mit iPads 13 Prozent weniger. Beim iPad sanken auch die Stückzahlen im Verkauf leicht: 14 Millionen Tabletcomputer verkaufte Apple im vierten Quartal, nach 14,1 Millionen im Quartal zuvor und 14,3 Millionen ein Jahr zuvor.