Streik

Berliner Karstadt-Mitarbeiter streiken am Freitag

Die rund 20.000 Karstadt-Mitarbeiter erhöhen im Tarifstreit mit Streiks den Druck aufs Management.

Für Freitag und Sonnabend rief die Gewerkschaft Ver.di zum bundesweiten Ausstand auf, wie Christiane Scheller vom Ver.di-Bundesvorstand am Donnerstag sagte. „Viele Filialen werden sich daran beteiligen, andere werden Betriebsversammlungen abhalten.“ Es sei mit erheblichen Beeinträchtigungen zu rechnen, möglicherweise würden Häuser auch geschlossen bleiben.

In Berlin ruft die Gewerkschaft die Beschäftigten aller Häuser für diesen Freitag zum Streik auf. Ab 10 Uhr sollen sich die Streikenden nach Ver.di-Angaben vor dem Karstadthaus am Kudamm/Ecke Joachimstaler Straße versammeln. Von dort beginne gegen 10.30 Uhr ein Demonstrationszug, der zunächst zum KaDeWe und dann zum Karstadt Sporthaus in der Joachimstaler Straße führen solle. Die Demonstration ende mit einer Abschlusskundgebung gegen 13 Uhr auf dem Breitscheidplatz. hieß es weiter. Anschließend werden die Streikenden vor ihren Filialen Kundeninformationen verteilen. Ver.di rechnet mit 350 bis 400 Teilnehmenden. Die Berliner Karstadt-Aktion wird nach Gewerkschaftsangaben durch Beschäftigte von Rewe und Penny unterstützt.

Die Karstadt-Beschäftigten fürchten um die Zukunft der angeschlagenen Warenhauskette und verhandeln seit September mit der Geschäftsführung über Standort- und Beschäftigungssicherung sowie die Rückkehr in die Tarifbindung. Karstadt hatte im Frühjahr als Teil der Sanierung die Tarifbindung befristet bis 2016 gekündigt. Die Beschäftigten profitieren damit nicht von künftigen Tariferhöhungen, das Management spart sich millionenschwere Gehaltserhöhungen. Für Verunsicherung sorgt zudem die mehrheitliche Übernahme der Karstadt-Luxushäuser wie dem KaDeWe in Berlin durch die Signa-Holding des österreichischen Investors Rene Benko.