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In Kürze II

Krebstherapie: Zeuge Jehovas verliert Prozess wegen Bluttransfusion ++ Hauterkrankungen: Mögliche Ursache für Schuppenflechte entdeckt ++ HIV: Gene von Aids-Virus einfach herausgeschnitten

Zeuge Jehovas verliert Prozess wegen Bluttransfusion

Das Oberste Gericht des australischen Bundesstaats New South Wales hat die Berufungsklage eines minderjährigen Zeugen Jehovas gegen eine Bluttransfusion abgelehnt. Der 17-jährige Patient, der an Krebs leidet, wollte erreichen, dass er nicht gegen seinen Willen eine Bluttransfusion erhält oder mit Blutprodukten versorgt wird. Seiner Ansicht nach würde dies sein Verhältnis zu Gott stören. In erster Instanz hatte ein Richter erklärt, die Bewahrung des Lebens wiege schwerer als der Respekt vor der Würde des Individuums. Das Berufungsgericht entschied nun, der Jugendliche sei bis zu seinem 18. Geburtstag am Leben zu erhalten. Volljährig könne er dann über seine weitere Behandlung selbst entscheiden.

Mögliche Ursache für Schuppenflechte entdeckt

Eine mögliche Ursache für Schuppenflechte (Psoriasis) haben Forscher um Iris Augistin vom Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) im Tierversuch entdeckt. Demnach fehlt Mäusen mit Psoriasis-ähnlichen Symptomen ein Eiweiß, das eine Rolle beim Zellwachstum spielt. „Die Haut entzündet sich, neue Gefäße entstehen, die Hautzellen vermehren sich stark und verschuppen,“ erklärte Iris Augustin vom DKFZ. Auch enthielt die Haut der Mäuse weniger sogenannte DETCs. Das sind Immunzellen, die normalerweise Eindringlinge abwehren und Entzündungen vorbeugen. Die Forscher hoffen nun, die Krankheit besser zu verstehen und eine neuen Therapieweg zu finden.

Gene von Aids-Virus einfach herausgeschnitten

Bei der Entwicklung einer Therapie von Aids haben Forscher um den Dresdner Molekularbiologen Frank Buchholz einen Fortschritt erzielt. Erstmals sei es gelungen, mit einer Art molekularen Schere gezielt Gene des HI-Virus aus dem Erbgut eines lebenden Organismus zu entfernen. Für das Experiment habe man Mäuse verwendet. Bei der Gen-Entfernung wurden keine Nebenwirkungen gefunden, sagte Buchholz. Bereits 2007 habe man nachgewiesen, dass das Schneidewerkzeug, das Enzym Tre-Rekombinase, auf diese Art eine Infektion rückgängig machen kann. Bislang kann bei Aids-Infizierten die Virusvermehrung bestenfalls unterdrückt und so der Ausbruch der Krankheit verzögert werden. Eine Heilung ist nicht möglich.