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Eine Milliarde Dollar Verlust: Blackberry streicht 4500 Stellen

Der ums Überleben kämpfende Smartphone-Hersteller Blackberry hat einen riesigen Verlust eingefahren und entlässt mehr als ein Drittel seiner Belegschaft.

Das von dem Deutschen Thorsten Heins geführte kanadische Unternehmen kündigte am Freitag für sein zweites Geschäftsquartal bis Ende August einen Betriebsverlust von netto 950 bis 995 Millionen Dollar an. Das Unternehmen erklärte zudem, 4500 Stellen zu streichen. Im März waren bei Blackberry noch 12.700 Menschen beschäftigt. Börsianer reagierten entsetzt auf die Nachricht. Der Handel der Aktie wurde vor der Bekanntgabe der Zahlen kurzzeitig ausgesetzt. In der Folge stürzte das Papier in New York dann um 19 Prozent ab.

Mit seinem gleichnamigen Smartphone, das erstmals 1999 erschien, schwang sich Blackberry einst zum führenden Anbieter der Geräte auf. Doch dann verlor das Unternehmen im Wettbewerb den Anschluss an die Rivalen Apple und Samsung. Ihm droht ein ähnliches Schicksal wie Nokia – die Finnen haben ihre strauchelnde Handysparte soeben an Microsoft verkauft. Blackberry hatte im August angekündigt. Künftig will das Unternehmen nur noch vier verschiedene Smartphone- Modelle anbieten, statt bisher sechs. Ursprünglich hatte Blackberry seinen Bilanzbericht erst in der kommenden Woche bekannt geben wollen.

Blackberry-Chef Heins hatte bereits im vergangenen Jahr 5000 Arbeitsplätze abgebaut. Das sei nötig gewesen, um das Unternehmen über Wasser zu halten, sagte er später. Der Smartphone-Pionier setzt große Hoffnungen auf sein neues Betriebssystem Blackberry 10. Geräte damit verkauften sich jedoch bisher mäßig. Nach Zahlen des Marktforschers IDC sank der Blackberry-Anteil am Gesamtmarkt im zweiten Quartal von rund fünf auf drei Prozent. Blackberry lotet mittlerweile den eigenen Verkauf aus. Eine Entscheidung werde bis November angestrebt.