Personalien

Siemens sucht Ersatz für Josef Ackermann und Gerhard Cromme

Weltkonzern sucht neuen Aufsichtsrat (m/w) für herausfordernde Aufgabe: Nach dem Rücktritt von Ex-Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann wird im Kontrollgremium von Siemens ein mit gut 140.000 Euro bezahltes Plätzchen frei.

Doch die Suche nach einem Nachfolger dürfte knifflig werden. Im Zuge der Ablösung von Vorstandschef Peter Löscher übte sich der Aufsichtsrat der Münchener in Zwietracht. Chefkontrolleur Gerhard Cromme brachte mit seinen Plänen für die ruckartige Absetzung seines einstigen Schützlings Teile des Aufsichtsrats gegen sich auf. Neben Ackermann störten sich auch Allianz-Chef Michael Diekmann und Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller an dem Vorgehen.

Der frühere Deutsche-Bank-Chef Ackermann wirft nun das Handtuch, seine beiden Mitstreiter schweigen. Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete, der Aufsichtsrat suche nicht nur einen Nachfolger für Ackermann, sondern gleich auch einen Nachfolger für Cromme – obwohl dessen Amtszeit erst 2017 endet. Einzelne Aufsichtsratsmitglieder machen Cromme für die Turbulenzen um den Ausstieg von Vorstandschef Peter Löscher verantwortlich, der jüngst durch Finanzchef Joe Kaeser ersetzt wurde. „Das ist keine Führung“, zitierte die Zeitung ein Aufsichtsratsmitglied. Das Einzige, was den Aufsichtsratsvorsitzenden derzeit rette, sei ein Mangel an Alternativen.

Als bester Kandidat für einen Siemens-Aufsichtsratsposten ist der scheidende Linde-Chef Wolfgang Reitzle im Gespräch. Seit langem wird er auch als Crommes Nachfolger gehandelt, wenn der ehemalige Stahlmanager seinen Rückzug einleitet, wie Aktionäre auf der vergangenen Hauptversammlung gefordert hatten.