IT-Sicherheit

iPhone-Verbot für Frankreichs Minister

Auf Frankreichs Minister hat nach der traditionellen Sommerpause eine ganz besondere Überraschung in Form eines Briefs gewartet.

Nachdem die Sicherheit der IT-Systeme in den letzten Monaten mehrmals gefährdet worden sei, sehe er sich veranlasst, noch einmal die elementaren Sicherheitsregeln in Erinnerung zu rufen, schrieb ihnen Christophe Chantepy. Der Büroleiter von Premierminister Jean-Marc Ayrault musste es nicht aussprechen. Auch so war allen klar, dass er auf die Abhörtechniken des US-Geheimdienstes NSA anspielte. Was dann folgte, ist ein Verbot von Apples iPhone oder vergleichbaren Geräten der Konkurrenz, etwa Samsung.

Regierungsmitarbeiter sollten auf die dienstliche Nutzung von handelsüblichen Smartphones und Tablets verzichten, fordert Chantepy in dem Rundschreiben, dessen Inhalt das französische Nachrichtenmagazin „L’Express“ veröffentlichte. Bei allen als geheim oder vertrauliche eingestuften Informationen, in denen es um die nationale Verteidigung gehe, müssten besondere Kommunikationstechnologien verwendet werden. Telefongespräche dürften in diesem Fall nur mit dem von dem französischen Rüstungselektronikkonzern Thales entwickelten Sicherheitshandy Teorem geführt, elektronische Nachrichten innerhalb der Regierung nur über das gesicherte Intranet Isis verschickt werden, mahnt Chantepy.

Die vier wichtigsten Ministerien, also das Verteidigungs-, das Innen-, das Außen- und das Wirtschaftsministerium, seien bereits mit rund 2300 Teorem-Handys ausgestattet, berichtet „L’Express“. Doch das Sicherheitshandy sei nicht bei allen Regierungsmitgliedern beliebt, weil es im Vergleich zu handelsüblichen Smartphones relativ groß und unhandlich sei. Zudem dauere der Verbindungsaufbau relativ lang.

Zahlreiche Minister und Regierungsmitarbeiter nutzen deshalb offenbar lieber ihre eigenen Smartphones und Tablets, und lassen sich elektronische Nachrichten auf ihre privaten Mailadressen bei Google oder Yahoo weiterleiten. Auch dies sei zu verbieten, schreibt Chantepy. Offenbar lassen einige Mitarbeiter der französischen Regierung auch in anderer Hinsicht nicht die erforderliche Vorsicht walten. So gelang es dem US-Geheimdienst offenbar 2012, in das geschützte IT-System des Präsidenten-Palasts einzudringen, in dem er in einem Anhang einer Mail ein Spionageprogramm installierte.