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Spritpreismonitor zeigt die billigste Tankstelle im Umkreis

Autofahrer können durch Vergleich bis zu 300 Euro sparen

Autofahrer können ab sofort günstiger tanken. Sie müssen dafür nur die Daten der neuen Markttransparenzstelle nutzen, denn diese liefert seit Mittwochmittag aktuelle Preise von 13.000 der insgesamt 14.000 Tankstellen in Deutschland an Anbieter von Verbraucherinformationen. Unter den ersten sind der Automobilklub ADAC und der Internetpreisvergleich Clever-Tanken.de: Auf deren Internetseiten und Apps finden Autofahrer sämtliche Tankstellenpreise für Superbenzin, Superbenzin E10 und Dieselkraftstoff. Nach Berechnungen von Clever-Tanken können Verbraucher dadurch bis zu 300 Euro im Jahr beim Tanken sparen.

Auch die Internetseiten Mehr-Tanken.de sowie Spritpreismonitor.de sind unter den ersten Anbietern der Preisdaten. Insgesamt zwölf Datenanbieter hatte das Bundeskartellamt zugelassen, die anderen acht Angebote folgen in den nächsten Wochen. Der Ansturm ist groß: Der Behörde liegen insgesamt etwa 100 Anträge vor. Benzinpreisvergleiche werden schon seit längerem angeboten, doch mit der Meldestelle gibt es erstmals zentral erfasste, amtliche Preisdaten in Echtzeit. Das Bundeskartellamt verpflichtet die Tankstellenfirmen dazu, jede Preisänderung binnen fünf Minuten zu melden.

Aktuell liegen die Preise für Benzin und Diesel rund fünf Cent über dem Niveau von Anfang August: Ein Liter Diesel kostete am 11. September im bundesweiten Durchschnitt rund 1,457 Euro, ein Liter Super E10 kostete 1,583 Euro.

Der ADAC bietet vom Start weg eine so genannte Umkreissuche an, bei der der Autofahrer den Radius von fünf bis 50 Kilometer in mehreren Stufen wählen kann. Angezeigt werden dann die günstigsten oder die nächst gelegenen Stationen. Neben dieser Umkreissuche gibt es auf der Seite des Automobilklubs eine Schnellsuche, bei der alle Tankstellen in einem zuvor gewählten Ort angezeigt werden.

Die Apps werden ebenfalls zeitnah angeboten, allerdings sind noch nicht alle Betriebssysteme dafür von den Herstellern frei geschaltet. „Die Differenzierung der Angebote wird erst in den nächsten Monaten kommen. Am Anfang müssen wir zusehen, dass die Daten korrekt und verlässlich sind“, sagte Christoph Laberer, der verkehrspolitischer Sprecher des ADAC. In einem nächsten Schritt ist ein Routenplaner vorgesehen, der auf einer zuvor ausgewählten Strecke die zu dem Zeitpunkt günstigsten Tankstellen hervorhebt.

Jeder Fünfte tankt kostenbewusst

„In den nächsten Monaten wird sich zeigen, was die Markttransparenzstelle bringt. Heute achtet nur jeder fünfte Autofahrer auf den Preis an der Tankstelle, das könnte demnächst mehr werden“, sagte Steffen Bock, Geschäftsführer von Clever-Tanken. Sein Unternehmen bietet seit zehn Jahren Vergleiche für Benzinpreise an. Schon eine Steigerung auf 30 Prozent wäre für Bock ein Erfolg. Clever Tanken startet mit einer Preis-Rangliste für zuvor festgelegte Orte oder Postleitzahlen. Zusätzliche Einstellungen wie beispielsweise einen Preisalarm soll es in einigen Wochen geben.

Hintergrund der Markttransparenzstelle ist die Kritik des Bundeskartellamtes an der Preisgestaltung der Ölkonzerne: Die Behörde hält den Wettbewerb auf dem von fünf Unternehmen beherrschten Kraftstoffmarkt für unzureichend. Die Transparenzstelle soll langfristig das Preisniveau senken und den Konkurrenzkampf anheizen. Auf der anderen Seite verweisen die Konzerne auf die knappen Gewinne im deutschen Tankstellengeschäft: Demnach verdient eine Tankstelle ein bis zwei Cent pro verkauftem Liter Benzin und Diesel.