Preise

Deutsche zahlen Milliarden zu viel für Medikamente

Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland geben weiterhin zu viel für Medikamente aus.

Die Kassen könnten bei Arzneimitteln bis zu 2,5 Milliarden Euro sparen, ohne dass die Patienten Nachteile befürchten müssten, heißt es in einer Studie der AOK. Dafür müssten Ärzte nur konsequent preiswerte Generika verschreiben und auf teure, patentgeschützte Präparate mit gleicher Wirkung sowie auf Arzneimittel mit umstrittener Wirkung verzichten. Würde das Preisniveau patentgeschützter Rezepte auf das Niveau Frankreichs gesenkt, ließen sich jedes Jahr 3,7 Milliarden Euro sparen. Derartige Medikamente sind in Frankreich beinahe ein Drittel billiger als in Deutschland.

Die gesetzlichen Krankenkassen könnten jedes Jahr sogar 4,1 Milliarden Euro sparen, wenn Medikamente hierzulande so günstig wären wie in Schweden oder Großbritannien. In beiden Ländern dominiert der Staat die Gesundheitsversorgung und kann als dominanter Kunde mit den Herstellern hohe Rabatte aushandeln. Die Bundesregierung hatte 2010 einen Preisstopp für verschreibungspflichtige Medikamente und einen Zwangsrabatt von 16 Prozent für gesetzliche Krankenkassen festgelegt. Beide Regeln laufen im Dezember aus.