Verlustzone

Landesbank Berlin macht wegen Umbau 2013 wohl Verlust

Niedrige Zinsen und der Umbau zur Hauptstadtsparkasse drücken die Landesbank Berlin (LBB) in diesem Jahr Finanzkreisen zufolge in die Verlustzone.

Der sparkasseneigene Konzern werde 2013 voraussichtlich keinen Gewinn machen, sagten mehrere mit der Sache vertraute Personen am Mittwoch. Grund sei vor allem der Konzernumbau, hieß es im Umfeld des Instituts. So firmieren seit dem 1. Juli das Private Banking und das regionale Firmenkundengeschäft unter der Marke Berliner Sparkasse. Die Berlin Hyp wird als überregionaler gewerblicher Immobilienfinanzierer der Sparkassen positioniert.

Zudem steht LBB-Chef Johannes Evers vor einer Vertragsverlängerung um fünf weitere Jahre bis Mitte 2019. „Das müsste problemlos weiterlaufen“, verlautete aus Eigner-Kreisen. Ein weiterer Insider betonte: „Alles andere würde mich überraschen.“

Der Aufsichtsrat berät am Donnerstag über die Personalie. Als sicher gilt die Vertragsverlängerung von Firmenkunden-Vorstand Hans Jürgen Kulartz. Die LBB wird auf ihre Rolle als Sparkasse für die Bundeshauptstadt reduziert, wichtige Sparten verkauft sie auf Druck ihrer Eigentümer an den Sparkassen-Fondsdienstleister Dekabank.

Umbau schwieriger als gedacht

Der dafür nötige Umbau und die niedrigen Zinsen haben bereits im ersten Halbjahr das Vorsteuerergebnis auf 49 Millionen Euro halbiert. Zu den Informationen, dass es für 2013 wohl nicht mehr zu schwarzen Zahlen reichen werde, verwies die Bank auf den Halbjahresbericht. Dort hatte der Vorstand angekündigt, dass der Umbau ab Jahresmitte das Ergebnis spürbar belasten werde.

Ein Verlust käme wenig überraschend. Denn bereits vor einem Monat hatten die ostdeutschen Sparkassen die Sorge geäußert, sie müssten neue Abschreibungen auf ihr Engagement bei der LBB vollziehen. Der Umbau der LBB sei schwieriger als vor einem Jahr gedacht und sehr teuer, hatte der Präsident des Dachverbands OSV, Michael Ermrich, gesagt. „Ich glaube schon, dass es weiterhin Abschreibungsbedarf geben wird.“ Ermrich, der im LBB-Aufsichtsrat sitzt, rechnet nicht mit einer Dividende.