Führung

Bei Buchmachern ist Nokia-Chef Favorit für Microsoft-Spitze

Nur wenige Tage nach der Rücktrittsankündigung von Microsoft-Chef Steve Ballmer machen die britischen Buchmacher das Rätselraten um dessen Nachfolge zu ihrem Geschäft.

Der größte Wettanbieter des Landes, Ladbrokes, startete das Rennen. Bisher führt Nokia-Chef Stephen Elop mit einer Wahrscheinlichkeit von 5/1 die 26 Namen zählende Kandidatenliste an. Der 49-jährige Elop kennt sich bei dem weltgrößten Softwarekonzern aus. Bevor er zu dem finnischen Handykonzern kam, leitete der Kanadier bei Microsoft die Geschäftskunden-Sparte. Zählbaren Erfolg kann er bisher allerdings nicht vorweisen. Der ehemalige Branchenprimus Nokia kämpft unter seiner Führung mit dem Überleben. Der Marktanteil ist auf drei Prozent geschrumpft, während Samsung und Apple das Smartphone-Geschäft fast unter sich ausmachen.

Neben Elop sind noch andere bekannte Manager im Spiel. Der interne Kandidat von Microsoft, der bisher fürs operative Geschäft zuständige Kevin Turner, liegt bei Ladbrokes bisher an zweiter Stelle. Den dritten Platz nimmt der ehemalige Microsoft-Manager Steve Sinofsky ein, der die Firma im November verlassen hat. Auf ihn folgt die erste Frau: Julie Larson-Green, die bei Microsoft das Geräte-Geschäft verantwortet. Auch die Namen Bill Gates und Tim Cook werden gehandelt. Allerdings halten es die meisten für sehr unwahrscheinlich, dass der legendäre Microsoft-Gründer oder der Apple-Chef übernehmen.

Wettanbieter wie Ladbrokes, deren Geschäft hauptsächlich aus Sportwetten besteht, versuchen mit Nischen-Wetten zahlungskräftigere Kunden zu erreichen. In Großbritannien und Irland hat dies Tradition. Der 57-jährige Ballmer hatte vergangenen Freitag überraschend angekündigt, sich binnen eines Jahres von der Konzernspitze zurückzuziehen. Die Nachricht vom Führungswechsel nahm die Börse mit Freude: Microsoft-Aktien legten rund sieben Prozent zu.