Verkehr

„Eine Pkw-Maut ist überflüssig wie Glatteis“

Deutschlands Autofahrer lehnen eine Pkw-Maut ab. Drei Viertel der Befragten halten eine Vignette für den falschen Weg, um das notwendige Geld für den Erhalt der Verkehrsinfrastruktur zu beschaffen, wie eine Umfrage des ADAC ergab.

„Eine Pkw-Maut ist genauso überflüssig wie Glatteis auf den Straßen“, sagt ADAC-Präsident Peter Meyer. Das Maut-Modell, wie es etwa Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) fordert, ist für ihn nichts anderes als ein „populistisches Abkassiermodell“. Es sei genug Geld vorhanden für den Straßenbau. Das entsprechende Geld müsse nur eingesetzt werden.

Tatsächlich nimmt der Staat durch autospezifische Abgaben jedes Jahr rund 53 Milliarden Euro ein. Der größte Teil davon fließt über die Mineralölsteuer in die Bundeskasse, dazu kommen Einnahmen aus der KfZ-Steuer und der Lkw-Maut. „Es mangelt also nicht am Geld“, folgert Meyer. „Es mangelt allein am Willen der Politik, die vorhandenen Mittel auch entsprechend zu verwenden.“ Dabei seien Straßen und Brücken hierzulande in einem alarmierenden Zustand, warnt der ADAC. Allein 20 Prozent des Autobahnnetzes seien marode. Zudem müsse jede vierte Brücke saniert oder erneuert werden. Auch 86 Prozent der deutschen Autofahrer fordern höhere Investitionen in Straßen, wie die ADAC-Umfrage ergab.

Zudem traut der ADAC der Politik nicht: Bei Einführung der Lkw-Maut habe sie groß versprochen, dass nun mehr Geld für den Straßenbau zur Verfügung stehe, sagt Meyer. „Die Wahrheit ist: Der Verkehrsetat ist heute genauso hoch wie vor der Einführung der Lkw-Maut.“ Der ADAC rechnet deshalb nicht damit, dass Einnahmen aus einer Pkw-Maut am Ende tatsächlich dem Straßenbau zu gute kämen.