Börse

Blackout an der Nasdaq belastet Aktienhandel

In Robert Harris’s Thriller „Angst“ übernimmt das bösartige Computerprogramm eines Hedgefonds die Kontrolle und stürzt die Finanzmärkte ins Chaos.

Am Donnerstagabend mögen sich manche an diese Horrorstory des britischen Autors erinnert haben. Denn an der US-Computerbörse Nasdaq brach um 12.14 Uhr Ortszeit der Handel mit Aktien wie Apple, Facebook, Google und Microsoft zusammen – und war für rund drei Stunden ausgesetzt.

Ein Softwareproblem sei aufgetreten, berichtete die Betreibergesellschaft Nasdaq OMX mit. Auch der wichtige Optionshandel war betroffen. Die technischen Probleme seien innerhalb von 30 Minuten gelöst worden, hieß es. Danach habe die Nasdaq mit anderen Börsen, den Behörden und Marktteilnehmern daran gearbeitet, eine geordnete Wiederaufnahme des Handels zu ermöglichen. Die Nasdaq ist neben der bekannten New York Stock Exchange (NYSE) der zweitgrößte Handelsplatz der USA. Mehr als 3000 Firmen sind auf der 1971 gegründeten Handelsplattform gelistet.

Das Handelsstopp zog den gesamten Aktienhandel in den USA in Mitleidenschaft. Der Nasdaq-100, ein weltweit beachteter Index für Technologieaktien wurde nicht fortgeführt. Die Umsätze bei Aktien, die an der konkurrierenden New York Stock Exchange notiert sind, nahm ebenfalls ab. Wie ernst die Lage war, lässt sich auch daran ablesen, dass US-Präsident Barack Obama über die Panne unterrichtet wurde.

Die Nasdaq war zuletzt wegen der Pannen beim Börsengang von Facebook in die Kritik geraten. Im Mai akzeptierte sie dafür eine Strafe von zehn Millionen Dollar – die höchste Summe für eine Börse bisher. Erst am Dienstag hatte es eine Handelspanne an den US-Börsen gegeben: Die Investmentbank Goldman Sachs tätigte wegen technischer Probleme versehentlich eine Flut an Geschäften mit Aktienoptionen und versetzte damit den Markt in Aufruhr.