Deutschland

Dank guter Konjunktur steigen die Steuereinnahmen weiter

Der deutsche Fiskus hat auch im Juli von sprudelnden Steuereinnahmen profitiert.

Bund und Länder kassierten zusammen knapp 44 Milliarden Euro und damit rund 1,9 Prozent mehr als vor einem Jahr, wie das Bundesfinanzministerium meldete. Seit Jahresanfang erhöhten sich die Einnahmen um 3,2 Prozent auf gut 321 Milliarden Euro. Darin spiegeln sich vor allem die hohe Beschäftigung und die jüngsten Tariflohnerhöhungen wider. „Dank des guten Arbeitsmarktes läuft es bei der Lohnsteuer sehr gut“, sagte Kristina van Deuverden, Finanzexpertin am Berliner DIW-Institut. „Bis Ende des Jahres sollte sich die gute Entwicklung bei den Steuern insgesamt fortsetzen“, fügte van Deuverden hinzu, die auch zum Experten-Kreis der Steuerschätzer gehört.

Zudem kommt dem Staat zugute, dass die Bürger ihren Privatkonsum steigern. Der Bundeshaushalt profitierte in den ersten sieben Monaten ferner davon, dass Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) 300 Millionen Euro weniger Zinsen zahlen musste als vor Jahresfrist. Allerdings räumte Schäuble vor kurzem ein, dass er künftig mit einem moderaten Zinsanstieg rechne. Bundesanleihen profitieren von ihrem Status als sicherer Hafen. Durch die wirtschaftliche Erholung im Währungsraum und Aufwärtstendenzen in den Krisenstaaten haben die Investoren wieder etwas mehr Vertrauen geschöpft. Dadurch fällt die Nachfrage nach deutschen Papieren und der Bund muss höhere Zinsen zahlen.

Die Erlöse aus der Umsatzsteuer, der wichtigsten Einnahmequelle des Staates, stiegen im Juli um 1,2 Prozent auf knapp 16 Milliarden Euro, bei der Lohnsteuer gab es zum Vorjahr ein Plus von 2,4 Prozent auf 13,8 Milliarden Euro. Der Bund verzeichnete ein Minus von 2,8 Prozent. Dies ist vor allem den hohen Abführungen an die EU geschuldet, deren Niveau um fast 76 Prozent höher lag als im Juli 2012. Die Länder allein kamen auf plus 1,6 Prozent.

Der deutschen Wirtschaft traut das Ministerium in seinem Bericht einen anhaltenden Aufwärtstrend zu. Dazu dürften auch die Exporte beitragen, die im ersten Halbjahr noch unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums lagen.