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Weiterer Schuldenschnitt

Es war die radikalste Maßnahme der Euro-Krise: Im März 2012 mussten die privaten Gläubiger Griechenlands auf Forderungen von mehr als 100 Milliarden Euro verzichten. Dies sollte ein einmaliger Schritt sein. Doch seit Monaten wird über einen weiteren Schuldenschnitt diskutiert, weil viele Ökonomen keinen anderen Weg sehen, Griechenlands Altschulden abzutragen, die sich auf etwa 160 Prozent des BIP belaufen. Das Problem dabei: Private Gläubiger hat das Land kaum noch. Ein neuer Schuldenschnitt ginge deshalb zwangsläufig zulasten der Euro-Länder, die Teile ihrer Hilfskredite abschreiben müssten. Das schließt gerade die Bundesregierung kategorisch aus. Zu klären wäre außerdem, was mit den Anleihen in einem Volumen von 30 Milliarden Euro geschieht, die die Europäische Zentralbank aufgekauft hat. Die Notenbank hält einen Teilverzicht für rechtlich unmöglich, da dies einer verbotenen monetären Staatsfinanzierung gleichkäme.