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Zinsen senken, Laufzeit strecken

Kurzfristig braucht Griechenland gängigen Schätzungen zufolge einen hohen einstelligen oder niedrigen zweistelligen Milliardenbetrag, um die Auflagen im Rahmen des laufenden IWF-Programms einzuhalten. „Das ist nicht vergleichbar mit den dreistelligen Milliardensummen, die im Rahmen der ersten beiden Hilfspakete geflossen sind“, sagt Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Deka-Bank. Deshalb könnte diese Lücke mit vergleichsweise unspektakulären Maßnahmen zu stopfen sein. So könnten die Euro-Länder die Laufzeit ihrer bestehenden Hilfskredite strecken oder die Zinsen senken, die Griechenland dafür zahlen muss. Diese Option wurde bereits beim letzten Hilfspaket Ende 2012 gezogen, was Griechenland um knapp eine Milliarde entlastete. Das ließe sich wiederholen. Zwar kostet ein Verzicht auf Zinsen die Geberländer auch Geld – doch in Schäubles laufendem Haushalt schlägt sich dieser heimliche Transfer nicht direkt nieder.