Rentenvergleich

Betriebsrente zahlt sich für Singles und Gutverdiener aus

Das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) rät Arbeitnehmern vor einer Entscheidung zwischen Riesterrente und betrieblicher Altersvorsorge zu einer genauen Analyse ihrer Einkommens- und Familiensituation

. Das in der Öffentlichkeit oft zu hörende Argument, dass der Abschluss einer Riesterrente bei niedrigeren Einkommen wegen der staatlichen Zulagen generell günstiger sei, stimme so nicht, erklärte das DIA am Donnerstag in Berlin unter Verweis auf eine eigene Untersuchung.

Auch bei geringen Einkommen könne eine betriebliche Altersvorsorge sowohl für Ledige als auch Verheiratete am Ende eine höhere Nettorente ergeben, erklärte das DIA. Erst bei mehr als einem Kind sei die Riesterrente aufgrund der staatlichen Zulagen klar im Vorteil. Bei betrieblicher Altersvorsorge hingegen sorge zum Beispiel ein Zuschlag von 0,25 Prozent zur Pflegeversicherung für einen Single ohne Kinder dafür, dass diese auch bei niedrigen Einkommen und trotz Riester-Grundzulagen günstiger sei.

Bei einkommensstärkeren Sparern mit einem Einkommen von 2500 Euro im Monat sei die Riesterrente allerdings unabhängig von der Kinderzahl im Vorteil, ermittelte das DIA bei Analysen von 34 „Musterfällen“, für die sie bei zwölf Riester-Anbietern und einem Anbieter für Direktversicherung in der betrieblichen Altersvorsorge die Nettorente bestimmten. Dabei wurden sämtliche Auswirkungen von staatlichen Zulagen, Steuereffekte und Sozialversicherungsbeiträgen einbezogen.

Ab einem Einkommen von 3000 Euro liege dann wieder die betriebliche Vorsorge vorn, weil die dabei in der Ansparphase gesparten Steuern und Sozialbeiträge stärker zu Buche schlügen als die Zulagen zu der Riesterrente. Insgesamt habe die Untersuchung die Tendenz ergeben, dass die Vorteile betrieblicher Altersvorsorge um so stärker wögen, je höher das eigene Einkommen sei.