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Unternehmer Sixt entschuldigt sich per Brief bei Mollath

Nach harscher Kritik an einer Werbeanzeige hat sich der Unternehmer Erich Sixt in einem persönlichen Brief bei dem aus der Psychiatrie entlassenen Gustl Mollath entschuldigt.

Sixt stehe für eine provokante und polarisierende Werbung, die aktuelle Sachverhalte in satirischer Form aufgreife, meldete die Sixt SE in München. Grundsatz dabei sei jedoch, dass die Betroffenen nicht in ihren persönlichen Gefühlen verletzt oder herabgewürdigt würden. Diesem Grundsatz sei die in der „Süddeutschen Zeitung“ abgedruckte Sixt-Werbeanzeige mit dem Porträt Mollaths nicht gerecht geworden. Die Anzeige werde nicht weiterverbreitet.

Neben dem Porträt Mollaths enthielt die Anzeige den Text: „Wenn hier jemand verrückt ist, dann der Sixt mit seinen Preisen.“ Der Autovermieter hatte damit einen Proteststurm im Internet ausgelöst. Beim Deutschen Werberat gingen Beschwerden ein. Mollath und sein Anwalt Gerhard Strate hatten angekündigt, presserechtlich gegen Sixt vorzugehen.

Mollath war 2006 als gemeingefährlich in die Psychiatrie eingewiesen und vor einer knappen Woche entlassen worden. Das Oberlandesgericht Nürnberg hatte auf eine Beschwerde von Mollaths Anwalt hin auch angeordnet, das Verfahren gegen den 56-jährigen Maschinenbauer in Regensburg neu aufzurollen. Mollath sieht sich als Opfer eines Komplotts seiner Ex-Frau und der Justiz, weil er 2003 auf Schwarzgeldgeschäfte in Millionenhöhe hingewiesen hat.