Konjunktur

Dank Deutschland: Rezession im Euro-Raum endet

Ökonomen sehen Lichtblick für den Krisen-Kontinent

Dem Euro-Raum steht ein Ende der jahrelangen Rezession bevor. Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter den Chefökonomen großer deutscher Banken. Ausnahmslos rechnen die befragten Experten damit, dass das Wachstum im zweiten Quartal wieder leicht zugelegt hat – zum ersten Mal seit über eineinhalb Jahren. Die Europäische Kommission wird am Mittwoch eine erste Berechnung für die Wirtschaftsentwicklung im Frühjahr vorlegen. Gleichzeitig veröffentlicht das Statistische Bundesamt eine Schnellschätzung für das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP). Zu Jahresbeginn war Deutschland mit einem Mini-Wachstum von 0,1 Prozent knapp einer Rezession entgangen. Die befragten Experten erwarten, dass Deutschland seitdem wieder kräftiger gewachsen ist und ein Plus von durchschnittlich 0,5 Prozent für das zweite Quartal ausweisen wird.

Optimistisch stimmt die befragten Ökonomen unter anderem die Tatsache, dass die Baukonjunktur nach dem ungewöhnlich langen und kalten Winter wieder deutlich angezogen hat. Zudem sind viele Frühindikatoren zuletzt besser ausgefallen als erwartet. „Deutschland spielt seinen Part als Wachstumslokomotive“, sagt Ulrich Kater, Chefökonom der Deka-Bank. Allerdings seien es immer weniger die Exporte, sondern vor allem die inländische Nachfrage, die dank des guten Arbeitsmarkts und moderater Lohnsteigerungen zusehends anspringe und das Wachstum vorantreibe.

Allerdings liegt es längst nicht nur an Deutschland, dass der Euro-Raum ab dieser Woche vermutlich den Abschied von der längsten Rezession der Nachkriegszeit feiern kann. Stattdessen kämpfen sich derzeit mehrere Mitgliedsländer, allen voran Italien und Spanien, aus der Rezession heraus. „Im Euro-Raum zeichnet sich ein Ende der Dauer-Rezession ab“, sagt Chefökonom Jörg Krämer von der Commerzbank. Zur Begründung für die leichte Wachstumsbelebung in Europa verweisen die Experten unter anderem darauf, dass sich die Euro-Krise zuletzt wieder beruhigt hat – auch dank der Unterstützung durch die Europäische Zentralbank (EZB). BM