Gründerzeit

Ehrgeizling mit Dienstleistung

Jürgen Stüber über das Start-up Mila, das nicht weniger als das „Google für Services“ werden will

Mila ist ein Internet-Marktplatz für Dienstleistungen aller Art: Fenster putzen, Fahrräder reparieren, Massagen, Haare schneiden und Fotografieren zum Beispiel. Er bringt die Menschen in der Umgebung zusammen, um gegenseitig Dinge zu erledigen oder Dienste zu tauschen. Jetzt ist der Dienst in Berlin gestartet – und hat gleich den Unternehmenssitz hierher verlegt. Das Projekt Mila steht auf zwei Säulen: Es ist für private Verbraucher konzipiert und für Geschäfte. Privatpersonen können auf der Plattform Dienstleistungen anbieten – gratis, kostenpflichtig oder seit Neuem auch im Tausch. Auch Unternehmen können ihre Angebote einstellen: Handwerker zum Beispiel oder Künstler – ähnlich wie bei Rabattportalen.

„Bei uns behalten die Anbieter die komplette Kontrolle“, betont Andriani. Sie können die Zahl ihrer Angebote und die Termine genau nach ihren Kapazitäten dosieren. Herkömmliche Rabattportale sind in letzter Zeit häufig kritisiert worden, weil sie Händler mit einer Flut von Anfragen überschwemmten. Die Plattform hat auch ein soziales Element: Kunden bewerten die Anbieter auf der Seite oder mit der App. Abstimmen darf nur, wer ein Angebot wirklich gebucht hat. „Dadurch werden die Bewertungen in der Community zu einer zuverlässigen Quelle, die uns dabei hilft, Vertrauen aufzubauen“, sagt der Geschäftsführer. Auf einerKarte werden Gesuche und Angebote dargestellt. Mit Apps für iOS oder Android kann man Mila von unterwegs nutzen.

So sieht man in Echtzeit, wer im Kiez welche Dienstleistung benötigt. Mit einem Klick tritt man mit der Person in Verbindung und kann die Details des Vorhabens besprechen. Das Unternehmen ist in der chinesischen Metropole Shanghai seit 16 Monaten am Markt sowie seit sieben Monaten in der Schweiz. Es hat vor wenigen Wochen seinen Hauptsitz nach Berlin verlegt und hier inzwischen schon 14.000 Nutzer. „Berlin ist für uns ein wichtiger Standort und ideal zum Ausbau unserer Aktivitäten in Europa“, sagt Daniel Andriani. In Berlin sind elf der insgesamt 40 Mitarbeiter stationiert. Die Plattform finanziert sich über eine Gebühr von acht Prozent, die Nutzer bei einer positiven Abwicklung an Mila zahlen. Mila ist ein Spin-off der Schweizer Firma coresystems. Unter anderem investiert der frühere SAP-Vorstand Peter Zencke in das Wachstum des Start-ups. Geschäftsführer Andriani hat große Pläne: „Wir wollen das Google für Services werden.“