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Samsung schnappt sich ostdeutschen Lichtspezialisten

Der koreanische Elektronikkonzern Samsung reißt den ostdeutschen Lichtspezialisten Novaled an sich.

Zusammen mit ihrer Konzerntochter Cheil übernehmen die Asiaten den Entwickler von organischen Leuchtdioden (OLED) komplett, wie die Beteiligten am Freitag mitteilten. Die Transaktion bewerte die Sachsen, die aus einer Ausgründung der Technischen Universität Dresden hervorgingen, mit 260 Millionen Euro. Mit dem Verkauf sind die Börsenpläne der Eigentümer für das zwölf Jahre alte Unternehmen passé. Bisher gehört Novaled einer Gruppe von Wagniskapitalgebern, darunter eCapital, die staatliche KfW-Bank sowie die Fraunhofer-Gesellschaft. Samsung hielt bereits ein Zehntel.

Lichtfirmen wie die Berliner Osram dürfte der Vorstoß der Koreaner einmal mehr aufhorchen lassen. Hersteller wie LG oder Samsung drängen mit Macht auf den sich umwälzenden Licht- und Leuchtmittelmarkt. Das Interesse an OLEDs ist weltweit enorm. Die Leuchtdioden finden sich zunehmend in kleinen Displays für Smartphones und Kameras und sollen mittelfristig auch Einzug in Fernseher und die allgemeine Beleuchtung halten. Die auf Kohlenstoff basierenden Leuchtdioden erlauben eine hohe Farbbrillanz bei geringer Baudichte, transparente Lichteffekte und somit extrem dünne Bildschirme bei geringem Stromverbrauch. Bislang sind sie allerdings noch relativ kurzlebig und teuer.

Cheil-Chef Jong-Woo Park machte deutlich, wohin die Reise der Koreaner gehen soll: „Technologischer Vorsprung wird zukünftig über die Marktführerschaft im Bildschirmmarkt entscheiden.“ Ziel sei es, eine neue Generation von OLED-Material zu entwickeln und dabei Synergien zu nutzen. Der Samsung-Konzern setzt für seine Display-Technik voll auf OLEDs.