Energie

Wie die Solar-Krise Berlin und Brandenburg trifft

Die tiefe Krise der deutschen Solarindustrie hat auch in Berlin und Ostdeutschland für schwere Verwerfungen gesorgt. Eine Chronik.

13. Dezember 2011 Das Berliner Solarunternehmen Solon, lange Zeit das Vorzeigeunternehmen der Branche in der Region, muss Insolvenz melden. Das indisch-arabische Unternehmen Microsol übernimmt Solon wenige Monate später. Von den mehr als 800 Arbeitsplätzen in 2011 geht knapp die Hälfte verloren. Heute beschäftigt Solon weltweit mehr als 500 Mitarbeiter.

29. März 2012 Die Solarfirma Odersun AG in Frankfurt (Oder) ist zahlungsunfähig und stellt einen Insolvenzantrag. Betroffen sind rund 260 Mitarbeiter.

3. April 2012 Der einst weltgrößte Solarzellenhersteller Q Cells in Bitterfeld-Wolfen beantragt Insolvenz. Das Unternehmen mit ehemals 1300 Jobs am Stammsitz wird Ende August vom südkoreanischen Mischkonzern Hanwha übernommen und ist damit gerettet, der größte Teil der Jobs bleibt erhalten.

17. April 2012 Das US-Unternehmen First Solar kündigt an, sein gerade erst mit finanzieller Unterstützung des Landes ausgebautes Werk in Frankfurt (Oder) schließen zu wollen. Ende Dezember ist der letzte reguläre Arbeitstag, die meisten der 1200 Beschäftigten verlieren ihren Job.

22. März 2013 Der Technologieriese Bosch gibt seinen Komplettausstieg aus dem Solargeschäft bekannt. Rund 3000 Beschäftigte sind betroffen, davon 700 in Boschs Brandenburger Werken. Für die Prenzlauer Tochter Aleo Solar wird ein Käufer gesucht. Die Solarsparte von Bosch hatte 2012 einen Verlust von gut einer Milliarde Euro eingefahren.

5. Juli 2013 Das Solarunternehmen Conergy ist überschuldet und meldet Insolvenz an. Das Unternehmen beschäftigte zuletzt 1200 Mitarbeiter, gut die Hälfte davon arbeiten in Frankfurt (Oder) und in Rangsdorf bei Berlin. Zwei Wochen später wird bekannt gegeben, dass der US-Investor Kawa die weltweiten Vertriebs- und Servicegesellschaften und auch die Marke selbst übernehmen will. An den brandenburgischen Produktionsstandorten, an denen die Produktion kurzzeitig unterbrochen war, hat Kawa allerdings kein Interesse. Das Land sucht eine Auffanglösung.