Sparkurs

Trotz Problemen: Lufthansa will Mitarbeiter schonen

Die 120.000 Lufthansa Angestellten können aufatmen.

– Die Fluggesellschaft boxt angesichts eines Gewinneinbruchs den harten Sparkurs zwar weiter durch, allerdings stehen nach der Streichung von Tausenden Jobs nicht noch mehr Arbeitsplätze auf der Kippe. „Aus heutiger Sicht sind keine weiteren Stellenstreichungen zu erwarten“, sagte Lufthansa-Finanzchefin Simone Menne. Die größte europäische Airline baut derzeit 3500 Stellen ab, um wegen des Wettbewerbs und hoher Kerosinpreise die Kosten radikal zu senken. Mitarbeiter – die sich voller Stolz Lufthanseaten nennen – und Gewerkschaften laufen dagegen Sturm und lieferten dem Konzern einen Streik nach dem anderen. Der Sparkurs greife trotzdem, betonte Menne. „Die Neuausrichtung der Lufthansa nimmt Fahrt auf.“

In der Zwischenbilanz schlug sich der Erfolg aber nur begrenzt nieder. Operativ verbuchte das Unternehmen im zweiten Quartal einen Gewinn von 431 Millionen Euro – ein Minus von 27 Prozent. Der Einbruch ist auf Sondereffekte im vorigen Jahr zurückzuführen, die dem Unternehmen viel Geld in die Kasse gespült hatten. Dazu zählt unter anderem der Verkauf der britischen Tochter BMI und die Übertragung des Flugbetriebs von Austrian auf deren Tochter Tyrolean. Die Schritte haben der Lufthansa damals einmalig mehr als 300 Millionen Euro eingebracht. Ohne diesen Basiseffekt wäre der operative Gewinn des Konzerns um gut 60 Prozent gestiegen.

Der Gesamtumsatz sank in den drei Monaten bis Ende Juni um ein Prozent auf 7,84 Milliarden Euro. Im laufenden Jahr will der Vorstand die 524 Millionen Euro operativen Gewinn des Vorjahres toppen. Um im harten Wettbewerb mit Billigfliegern wie Ryanair oder Konkurrenten wie Emirates zu bestehen, hat sich die Lufthansa einen harten Sparkurs verordnet. Dank der Rosskur will der Konzern sein operatives Ergebnis bis 2015 auf 2,3 Milliarden Euro steigern.

Ein wenig Entlastung erwartet die Lufthansa 2013 bei den Tankkosten: Die Treibstoffrechnung dürfte auf sieben Milliarden Euro sinken. Im Vorjahr waren es noch 400 Millionen Euro mehr. Grund zum Jubeln hat der Konzern trotzdem nicht: Allein von 2009 bis 2012 verdoppelten sich die Kerosinausgaben. Um der Kostenexplosion zu entkommen, ordert die Fluggesellschaft neue Flugzeuge. Insbesondere ältere Langstrecken-Flieger mit vier Triebwerken wie der Boeing -Jumbojet 747-400 oder der Airbus A340 schlucken wesentlich mehr Sprit als neue Maschinen.