Bilanz

Besseres Ergebnis: Allianz trotzt der Jahrhundertflut

Die Allianz wird für das Gesamtjahr optimistischer.

Vorstandschef Michael Diekmann bekräftigte am Freitag, Europas größter Versicherer peile weiter ein operatives Ergebnis von 8,7 bis 9,7 Milliarden Euro an. Im Moment spreche sogar vieles dafür, dass der Konzern „eher am oberen Ende der Spanne“ herauskomme. Das erste Halbjahr sei sehr erfolgreich gewesen. „Trotz Rekordhochwasser in Mitteleuropa, anhaltend niedriger Zinsen und unbeständiger Kapitalmärkte ist unser Geschäft profitabel gewachsen.“

Im zweiten Quartal stieg das operative Ergebnis um fünf Prozent auf 2,4 Milliarden Euro. Der Überschuss legte sogar um 27 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro zu und damit deutlich stärker als von Analysten erwartet. Am Markt kam das gut an: Schon vorbörslich kletterte die Allianz-Aktie um 0,9 Prozent und war damit stärkster Dax-Wert. Experten trauen der Allianz schon länger zu, im Gesamtjahr ein Ergebnis von 9,7 Milliarden Euro einzufahren. Das wäre noch einmal mehr als im sehr guten Jahr 2012. Vor allem die Vermögensverwaltung erweist sich als Stütze, sie liefert um die beiden Marken Pimco und Allianz Global Investors seit Jahren verlässliche Gewinne ab.

Im abgelaufenen Quartal konnte die Vermögensverwaltung das operative Ergebnis dank höherer Gebühren und niedrigerer Kosten um satte 40 Prozent auf 804 Millionen Euro steigern. Dagegen bleibt das Lebensversicherungsgeschäft wegen der Zinsflaute und der strengeren Regulierung unter Druck. Hier sank das Ergebnis um 18 Prozent auf 669 Millionen Euro. Im Schaden- und Unfallgeschäft konnte die Allianz trotz mehrerer Naturkatastrophen zulegen, auch dank eines starken Wachstums in Lateinamerika und der Türkei: Das Ergebnis kletterte um zwölf Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Das wichtigste Ereignis war das Hochwasser im Juni: Die Allianz rechnet jetzt mit Belastungen von über 700 (bislang: 500) Millionen Euro.