Verbraucher

EU und Mastercard streiten um Gebührengrenzen

Mit ungewöhnlich scharfen Worten hat die EU-Kommission die Lobbyarbeit des Kreditkartenanbieters Mastercard gegen EU-Gebührengrenzen kritisiert.

Binnenmarktkommissar Michel Barnier warf Mastercard am Mittwoch in Brüssel vor, falsche Informationen verbreitet zu haben mit „angeblichen Studien, die sie bezahlt haben“. Der EU-Kommissar, der den Gesetzentwurf mitausgearbeitet hat, sagte: „Ich kann verstehen, dass ein großes amerikanisches Unternehmen seine Interessen verteidigt, aber ganz ehrlich finde ich diese Kampagne unannehmbar und auch kontraproduktiv.“ Mastercard erklärte: „Wir haben den allergrößten Respekt für EU-Kommissar Barnier.“ Das Unternehmen sagte in der Stellungnahme zu, mit der EU konstruktiv bei der neuen Gesetzgebung zusammenzuarbeiten. Allerdings bringe der Vorschlag für eine Kappung der Gebühren Nachteile für Kunden mit sich. „Wir sind besorgt über den Schaden, den diese Vorschläge Verbrauchern und kleinen Unternehmen zufügen werden.“ Dies werde Wettbewerb und Innovation in Europa behindern.

Die EU-Kommission will den Einsatz von Kreditkarten und EC-Karten günstiger machen – um Verbraucher und Händler zu entlasten. Einen entsprechenden Vorschlag zur Deckelung der milliardenschweren Gebühren bei der Kartenzahlung stellte die Brüsseler Behörde am Mittwoch vor. Die Pläne würden Anbieter wie Visa oder Mastercard treffen, denen Einnahmen entgingen. Die Branche droht daher damit, zum Ausgleich von den Kunden höhere Jahresgebühren für Kreditkarten zu verlangen. Dann gingen die Pläne letztlich auf Kosten der Verbraucher. Die neuen Regeln werden nur Gesetz, wenn EU-Parlament und Ministerrat zustimmen. Dies dürfte ein bis zwei Jahre dauern. Brüssel geht es um die Gebühren, die die Bank des Händlers an die Bank des Kunden zahlen muss, wenn ein Verbraucher mit Karte bezahlt.