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Energiekonzern Vattenfall spaltet sich in zwei Einheiten auf

Mit radikalen Schritten reagiert der schwedische Energiekonzern Vattenfall auf die schwache Ertragslage.

Das Unternehmen schreibt 29,7 Milliarden Schwedische Kronen (rund 3,4 Milliarden Euro) ab, wie es in Stockholm und Berlin berichtete, vor allem auf Kraftwerke in den Niederlanden, aber auch auf deutsche Anlagen. Außerdem verschärft Vattenfall sein Sparprogramm, verhängt einen Einstellungsstopp und teilt das Konzerngeschäft zu Jahresbeginn 2014 in die beiden regionalen Einheiten Skandinavien und Kontinentaleuropa/Großbritannien auf.

„Es wiegt natürlich schwer, Abschreibungen in dieser Größenordnung vornehmen zu müssen. Doch sie spiegeln unsere aktuelle Realität“, stellten Vorstandschef Øystein Løseth und der Vorsitzende des Verwaltungsrats, Lars Nordström, gemeinsam fest. Der schwedische Energieriese will auch seine Kosten schneller senken. Im kommenden Jahr sollen 2,5 Milliarden Kronen gespart werden, bisher waren 1,5 Milliarden Kronen geplant. Für 2015 wurde ein neues Sparziel von 2,0 Milliarden Kronen festgelegt. Bereits im März hatte Vattenfall angekündigt, 2500 Arbeitsplätze bis Ende 2014 zu streichen, davon 1500 davon in Deutschland. Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern stieg den Angaben zufolge im ersten Halbjahr im Vergleich zur Vorjahresperiode um 3,3 Prozent auf 16,95 Milliarden Kronen.

Beim Umbau des Konzerns gehen die Geschäftsbereiche Erzeugung, Kernenergie und Vertrieb in den beiden neuen Regionaleinheiten auf. Die neue Struktur mache es möglich, „die Risiken in der Sparte für Kontinentaleuropa langfristig gesehen zu teilen“, hieß es. Løseth werde auch 2014 Vorstandschef bleiben. Deutschland-Chef Tuomo Hatakka in Berlin werde die Leitung der Region Kontinentaleuropa übernehmen. Die Region Skandinavien soll Torbjörn Wahlborg leiten, der derzeit für die Kernenergie im Konzern zuständig ist.