Gründerzeit

Staat zahlt 20 Prozent von Früh-Investitionen

Jürgen Stüber über ein Subventionsprogramm, das sich bei Business Angels großer Beliebtheit erfreut

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler ist ein Freund der deutschen Gründerszene. Er packt Start-ups nicht nur in seinen Regierungsflieger, um sie werbewirksam im kalifornischen Silicon Valley oder im israelischen Tel Aviv mit erfolgreichen Internetunternehmen zusammenzubringen. Sein Ministerium hat auch ein millionenschweres Förderprogramm für Investoren (Business Angel) aufgelegt, die in Start-ups investieren wollen. Dieses neue Investitionszuschuss Wagniskapital hat einen äußert erfolgreichen Start hingelegt.

Mit der Förderung will das Ministerium für Investoren Anreize setzen, damit sie jungen und innovativen Unternehmen Wagniskapital zur Verfügung zu stellen, um deren Finanzierungsbedingungen zu verbessern.

Einen Monat nach dem Verfahrensstart waren beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) bereits 257 Anträge von jungen innovativen Unternehmen und 84 Anträge von potenziellen Investoren – den sogenannten Business Angels – eingegangen. Das Bafa fördert private Investoren, die Gesellschaftsanteile an jungen, innovativen Unternehmen erwerben. Die aktuelle Zahl der Anträge dürfte inzwischen deutlich gestiegen sein, wie es vor dem Wochenende in der Behörde im hessischen Eschborn hieß.

Das Programm ist für Gutverdiener, die Mut zum Risiko haben und in die junge Start-up-Branche investieren wollen, durchaus lukrativ: Bei einer Beteiligung an einem solchen Unternehmen erhält der Investor 20 Prozent seiner Investitionssumme als Zuschuss. Insgesamt stehen 150 Millionen Euro bis zum Jahr 2016 zur Verfügung.

Business Angel haben in der deutschen Investorenlandschaft ein zunehmend große Bedeutung, wie eine Statistik des High-Tech Gründerfonds zeigt: Sie haben im Jahr 2012 insgesamt 23,3 Prozent zu Anschlussfinanzierungen im Portfolio dieses Fonds beigesteuert. Damit liegen sie gleichauf mit deutschen und internationalen Risikokapitalunternehmen (Venture Capitalists), die 22,1 beziehungsweise 23,4 Prozent in solche Investitionsrunden einzahlten.

Damit die Anteile, die der Investor mit Unterstüzung durch das Rösler-Programm an dem Unternehmen erwirbt, bezuschusst werden können, muss das Unternehmen einige Förderbedingungen erfüllen. Dazu zählt, dass es sich um ein kleines, innovatives und unabhängiges Unternehmen handeln muss, das jünger als zehn Jahre ist. Das Unternehmen muss eine Kapitalgesellschaft mit Hauptsitz in der EU sein, mit wenigstens einer Zweigniederlassung oder Betriebsstätte in Deutschland, die im Handelsregister eingetragen ist.

Als klein gilt das Unternehmen nach der Förderrichtlinie, wenn es über weniger als 50 Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente) verfügt und einen Jahresumsatz oder eine Jahresbilanzsumme von höchstens zehn Millionen Euro hat. Das Unternehmen muss schließlich – gemäß Handelsregisterauszug – einer innovativen Branche angehören.

Der Investor beziehungsweise die von ihm gegründete Business-Angel-GmbH muss die Anteile vollständig bis mindestens drei Jahre nach Unterzeichnung des Gesellschaftsvertrages halten. Es muss sich zudem um eine erstmalige Beteiligung am Unternehmen handeln. Die Aufstockung von Anteilen wird nicht mit Steuergeld bezuschusst.

Alle Kolumnen und weitere Blogbeiträge unter http://gruenderzeit.morgenpost.de/