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Siemens sucht nach Start-ups und setzt auf München

Der kriselnde Technikriese Siemens will Trends offenbar schneller auf die Spur kommen und hat eine Art Start-up-Inkubator gegründet: Siemens Novel Businesses.

Die neue Firma sei als Experimentier-Plattform für eher kleine Start-up-Geschäftsideen mit typischerweise etwa fünf Mitarbeitern zu verstehen, hieß es. Bereits jetzt ist Siemens an mehr als 170 Start-up-Firmen mit Wagniskapital beteiligt. Die neue Tochter soll nun gezielt suchen, welche neuen Techniken und Innovationen das angestammte Siemens-Geschäft bedrohen, um sie dann selbst zu besetzen.

Das Geschäftskonzept befinde sich jedoch noch in der Entwicklung, heißt es auf Anfrage bei Siemens. Gegenwärtig werde über ein erstes Pilotprojekt nachgedacht, „das zur Gründung eines technologie-orientierten Start-up-Unternehmens führen könnte“. In Stellenanzeigen hingegen wird es konkreter. Aufgabe, so heißt es, sei das „Screening und Priorisieren von disruptiven Geschäftsideen, die für den Siemens-Konzern relevant sind oder in Zukunft werden können“.

Ärgerlich für die Hauptstadt: Siemens Novel Business wurde zunächst in Berlin gegründet – dann aber nach München verlegt. Bei der ersten Standortbetrachtung zur Start-up-Kultur sei die Wahl auf Berlin gefallen, erklärt Siemens den Schritt. Dann habe sich aber doch die pulsierende Gründerszene in München als besser herauskristallisiert. So sei München inzwischen mit 3,52 Firmengründungen pro 10.000 Einwohner von 2008 bis 2011 der Spitzenreiter in Deutschland. Zudem bringe die Nähe zur Zentralen Forschungsabteilung des Konzerns Vorteile.