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Fahrzeuge: BMW setzt verstärkt auf Autoverkauf im Internet ++ Militär: Lebenshilfe lässt Behinderte für Rüstungsfirma arbeiten ++ Versandhandel: 200 Amazon-Mitarbeiter streiken erneut ++ Gipfeltreffen: Wachstumsstärkung hat für G20 im Moment Vorrang

BMW setzt verstärkt auf Autoverkauf im Internet

Internet statt Autohaus – BMW setzt künftig auf den Autoverkauf im World Wide Web. „Wir können uns gut vorstellen, dass der Verkauf im Internet bei allen Modellen ergänzend eingesetzt wird“, sagte BMW-Deutschland-Vertriebschef Roland Krüger der „Wirtschaftswoche“. BMW wolle nicht nur das neue Elektroauto i3 über das Internet verkaufen. „Die Erwartungen und Bedürfnisse unserer Kunden verändern sich, dem wollen wir Rechnung tragen“, sagte der Manager dem Blatt weiter. Den BMW-Händlern stoßen die Pläne allerdings sauer auf. „Wir haben BMW unmissverständlich gesagt, dass direkte Verkaufskanäle von uns abgelehnt werden müssen“, sagte Werner Entenmann, Präsident des BMW-Händlerverbandes.

Lebenshilfe lässt Behinderte für Rüstungsfirma arbeiten

Die Organisation Lebenshilfe hat Mitarbeiter einer Behindertenwerkstatt in Cuxhaven ohne deren Wissen Bauteile für das britische Rüstungsunternehmen Chemring Defence herstellen lassen. Dabei habe es sich um 15.000 Teile gehandelt, die in Bodenleuchtkörper eingesetzt werden, erklärte Produktionsleiter Stefan Wittmar. Dass es sich um Leuchtkörper für das Militär handelte, habe er erst im Nachhinein erfahren. „Wir wehren uns als Lebenshilfe ganz klar gegen Rüstungsaufträge, aber wir können nicht jeden Auftrag bis ins letzte Detail prüfen“, sagte der stellvertretende Geschäftsführer der Lebenshilfe, Michael Schreckenberger. Vom Militär werden solche Leuchtkörper genutzt, um militärische Gebäude zu sichern.

200 Amazon-Mitarbeiter streiken erneut

Die Mitarbeiter des Internetversandhändlers Amazon lassen bei ihren Protesten für eine bessere Bezahlung nicht locker. Am Sonnabend legten am bundesweit größten Standort in Bad Hersfeld erneut rund 200 Beschäftigte die Arbeit nieder, wie eine Sprecherin der Gewerkschaft Ver.di sagte. Ver.di fordert für die Beschäftigten einen Tarifvertrag nach den Konditionen des Einzel- und Versandhandels. Das US-Unternehmen will sich dagegen an der Bezahlung in der Logistikbranche orientieren. Der Arbeitskampf in Bad Hersfeld und am Standort Leipzig hält seit Wochen an. Ein Tarifvertrag würde für die Betroffenen verlässlich höhere Löhne sowie Urlaubs- und Weihnachtsgeld bringen.

Wachstumsstärkung hat für G20 im Moment Vorrang

Die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G 20) setzen angesichts wachsender Unsicherheiten in der Weltwirtschaft auf Vorfahrt für Wachstum. Bis zum G-20-Gipfel in St. Petersburg soll ein Aktionsplan stehen, der den Akzent kurzfristig auf mehr Wachstum und Beschäftigung setzt, formulierten die G-20-Finanzminister und -Notenbankchefs im Entwurf der Abschlusserklärung ihres Treffens in Moskau. Die Notwendigkeit, auf mittlere Sicht die Staatsfinanzen in Ordnung zu bringen, wird zwar betont, ohne dass aber verbindliche Ziele und Fristen für die einzelnen Länder formuliert werden. Äußerste Vorsicht fordern die G-20-Staaten bei einem Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik der Notenbanken.