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Norwegischer Großauftrag für Pankow

Stadler liefert weitere Straßenbahnen und wartet Züge. Damit fließen 100 Millionen Euro in die Kasse

Der Berliner Bahnhersteller Stadler Pankow hat einen Großauftrag aus Norwegen erhalten. Das Unternehmen baut weitere Straßenbahnen für die Stadt Bergen und verlängerte gleichzeitig einen bestehenden Wartungsvertrag bis zum Jahr 2026. Nach Angaben von Stadler Pankow am Donnerstag beläuft sich das gesamte Auftragsvolumen auf mehr als 100 Millionen Euro. Der Kunde Bybanen erhält demnach acht siebenteilige Straßenbahnen aus Berlin. Außerdem sollen die bereits in Bergen fahrenden Züge von fünf auf sieben Teile verlängert werden.

„Die Verfügbarkeit unserer Flotte von mehr als 99 Prozent wurde erst kürzlich vom Kunden öffentlich gelobt. Das ist für uns ein Zeichen für die gute Qualität unserer Fahrzeuge sowie unseres engagierten Wartungsteams, welches seit 2009 bereits vor Ort ist“, sagte Stadler-Pankow-Geschäftsführer Michael Daum. Das Unternehmen habe gemeinsam mit Vertragspartnern das Straßenbahndepot in der norwegischen Stadt aufgebaut und den Wartungsstandort errichtet.

Fahrgastzahlen steigen

„Die Wartung von Fahrzeugen gewinnt eine immer höhere Bedeutung in der Bahnbranche“, betonte Michael Daum weiter. Die Gewährleistung einer hohen Verfügbarkeit sei für den Betreiber von großem wirtschaftlichem Interesse. „Diese Erfahrung haben wir sowohl im Straßenbahnsektor als auch im Vollbahnenbereich feststellen dürfen, auch hier haben wir Vertragsabschlüsse über die Wartung der Fahrzeuge“, sagte der Geschäftsführer weiter.

Die Berliner Bahnbauer profitieren nach Unternehmensangaben davon, dass der Flughafen Bergen um ein drittes Terminal erweitert wird. Um das Terminal anzubinden, werden weitere Straßenbahnzüge gebraucht. Da entlang der Strecke Einrichtungen wie ein Gesundheitszentrum, eine Universitätsniederlassung sowie neue Einkaufsgelegenheiten gebaut werden, werde sich die Fahrgastzahl von derzeit täglich 25.000 bis 30.000 weiter erhöhen, teilte Geschäftsführer Daum weiter mit. Wegen der schon hohen Auslastung der Züge habe sich Bybanen entschieden, die vorhandenen Straßenbahnen verlängern zu lassen und die neuen gleich in der größeren Version zu bestellen.

Die Bahnen, die Stadler nach Norwegen liefern wird, sind gut 42 Meter lang. Darin ist Platz für 280 Fahrgäste. Für jeweils 98 gibt es Sitzplätze.

Die Nachfrage im öffentlichen Nahverkehr wächst weltweit. Von dem steigenden Bedarf an Fahrzeugen profitiert auch das Berliner Unternehmen. Im vergangenen Jahr wuchs der Umsatz des Bahnherstellers um mehr als 47 Prozent im Vergleich zum Jahr 2012. Das Unternehmen soll auch neue U-Bahnen für die BVG liefern. Bis 2015 werden zunächst zwei Prototypen für das Kleinprofilnetz der Linien U1 bis U4 gebaut. Wenn sich die Züge im Alltagseinsatz bewähren, kann Stadler von 2017 an bis zu 34 weitere Züge für die BVG fertigen. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf fast 160 Millionen Euro.

Stadler Pankow ist Teil der Schweizer Stadler Rail Group. Das Unternehmen unterhält in Berlin Standorte in Pankow, Hohenschönhausen und Reinickendorf sowie in Velten in Brandenburg. Nach Unternehmensangaben werden hier insgesamt rund 1300 Mitarbeiter beschäftigt. Daneben ist die Gruppe auch in Polen, Ungarn, Tschechien, Italien sowie in Algerien vertreten. Gruppenweit arbeiten 5000 Menschen für das nicht börsennotierte Unternehmen.