Streik

Polizisten richten in Athen Verkehrschaos an

Kurz vor dem Besuch von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) in Athen wehren sich die griechischen Staatsbediensteten gegen geplante Massenentlassungen im öffentlichen Dienst.

Am Montag legten unter anderem Angestellte der Kommunen die Arbeit nieder, in vielen Orten wurde der Müll nicht abgeholt. In Athen verursachten Polizisten und andere Staatsbedienstete mit Auto- und Motorradkorsos ein Verkehrschaos. Die größten griechischen Gewerkschaften kündigten für diesen Dienstag einen Generalstreik an. Davon betroffen sein dürften vor allem die Behörden und der Bahnverkehr. Fähren sollen hingegen regulär auslaufen.

Am späten Mittwochabend soll das griechische Parlament das umstrittene Gesetz zum Stellenabbau im öffentlichen Dienst billigen. Nur so kann das Land mit der nächsten Hilfstranche der internationalen Geldgeber von 2,5 Milliarden Euro bis Ende Juli rechnen.

Die Billigung des Gesetzes gilt als eine Kraftprobe für die Koalitionsregierung des Konservativen Antonis Samaras und des Sozialisten Evangelos Venizelos. Die Koalitionsregierung hat nur noch eine knappe Mehrheit von 155 Abgeordneten im 300 Sitze zählenden Parlament. Bis Ende 2014 sollen 15.000 Staatsbedienstete entlassen werden, davon 4000 noch in diesem Jahr. Schäuble reist am Donnerstag nach Griechenland.