Börse

Osram-Börsengang lohnt sich für die Siemens-Aktionäre

Der Börsengang von Osram hat sich für die Aktionäre von Siemens schon am ersten Handelstag gelohnt.

Der erste Kurs der Aktie des Leuchtmittelherstellers, die für einen Tag im deutschen Leitindex Dax enthalten war, blinkte bei 24 Euro auf der Frankfurter Kurstafel auf. Damit lag er zwar fast ein Viertel unter der Bewertung aus einem Gutachten, das Siemens vor der Abspaltung seiner Tochter vorgelegt hatte. Doch die Aktie des Münchner Technologiekonzerns stieg am Montag um 1,4 Prozent auf 78,75 Euro, statt wie erwartet zu fallen. Bis zum Mittag rutschten Osram bis auf 23,50 Euro ab. Die „geschenkten“ Osram-Aktien eingerechnet, haben die Siemens-Aktionäre 4,6 Prozent gewonnen. Offensichtlich sind sie erleichtert, den Umbau des Münchener Traditionsunternehmens nicht länger mitfinanzieren zu müssen.

Mit dem ersten Kurs an der Frankfurter Börse wird Osram mit 2,5 Milliarden Euro bewertet – knapp über dem Wert, mit dem die Tochter in den Büchern von Siemens stand, aber weit unter den 3,2 Milliarden, die ein Gutachten im Siemens-Auftrag ergeben hatte. „Das ist eine Momentaufnahme“, sagte Osram-Finanzvorstand Klaus Patzak. „Das ist nur der erste Schritt auf einer langen Reise. Der Erfolg lässt sich in einigen Monaten beurteilen. Wenn wir gut arbeiten, werden sich die Dinge von selbst bewegen.“

Osram steckt mitten in einem tiefgreifenden Umbau. 2011/12 schrieb das Unternehmen rote Zahlen, im laufenden Geschäftsjahr (per Ende September) soll eine schwarze Null zu Buche stehen, bei einem allenfalls leichten Umsatzwachstum. „Wir bewegen uns im Plan, die Ziele zu erreichen“, sagte Patzak. Elf Werke werden geschlossen, 8000 Stellen fallen bis 2014 weg. „Aus heutiger Sicht ist das ausreichend“, betonte der Finanzchef. Die Zukunft bei Osram gehört der LED-Technik, Leuchtstoffröhren und Halogenlampen bringen aber immer noch Umsätze.