Fluggesellschaften

Bonus-Flugtickets dürfen auch verkauft werden

Vielflieger gewinnt Prozess gegen Lufthansa

Ein Vielflieger hat den Prozess um ein Flugticket der Lufthansa gewonnen. Der Mann hatte mit seinen Bonusmeilen ein Ticket erworben und hatte dann versucht, das zu verkaufen. Dem Urteil zufolge durfte er das auch, obwohl die Geschäftsbedingungen des Vielfliegerprogramms das verbieten. Die Lufthansa durfte ihm dementsprechend auch nicht seine Mitgliedschaft im Vielfliegerprogramm Miles & More entziehen, entschied das Oberlandesgericht Köln. Eine Revision zum Bundesgerichtshof wurde zugelassen.

Diese Möglichkeit will die Lufthansa einer ersten Stellungnahme zufolge wohl auch nutzen. „Aller Voraussicht nach“ werde man den Fall vor den BGH tragen, so das Unternehmen. Denn nach Angaben einer Gerichtssprecherin bezieht sich das Urteil nur auf den Einzelfall. Andere Lufthansa-Kunden können demnach nicht ohne Weiteres davon ableiten, dass sie ihre Bonusmeilen-Tickets nun auch verkaufen dürfen.

Die Lufthansa hatte argumentiert, dass der Kunde das Ticket aus dem Meilenprogramm Miles & More zwar an Freunde oder Verwandte hätte verschenken, nicht aber verkaufen dürfen. Das Bonusmeilen-Ticket bekomme der einzelne Kunde als Lohn für seine Treue, es diene der Kundenbindung. Dieser Effekt werde allerdings verfehlt, wenn der Kunde das Ticket einfach weiterverkaufen würde.

Emotionale Bindung

Eben das aber sah das Oberlandesgericht in seiner Urteilsbegründung anders. Eine emotionale Bindung des Kunden an das Unternehmen Lufthansa lasse sich gerade nicht durch ein Verbot erzielen, befand das Gericht. Denn dann werde dem Kunden ja das von ihm Gewünschte verweigert. Die Vielflieger-Kunden würden durch das Verbot sogar unangemessen benachteiligt. Die Regelungen in den allgemeinen Geschäftsbedingungen des Miles-&-More-Programms, die dieses Verbot betreffen, erklärte das Gericht deshalb für unwirksam – allerdings eben nur in dem konkreten Fall und nicht für alle Kunden.

Das Oberlandesgericht setzte damit ein Urteil des Landgerichts Köln aus erster Instanz außer Kraft. Das Landgericht hatte zunächst der Lufthansa recht gegeben. Eine Schadenersatzforderung des Klägers gegen die Lufthansa wies aber auch das Oberlandesgericht zurück. Die Revision zum BGH wurde zugelassen, weil die Frage grundsätzliche Bedeutung habe.

In einem anderen Bonusmeilen-Streit hatte ein Vielflieger im Februar einen Achtungserfolg gegen Deutschlands größte Fluglinie erzielt: Die Lufthansa einigte sich mit dem Miles-&-More-Mitglied darauf, Änderungen ihres Meilensystems künftig mit einem Vorlauf von drei Monaten anzukündigen.