Immobilien

Mercedes zieht vom Potsdamer Platz an den Ostbahnhof

Drei Minuten dauerte es, dann war der Mercedes-Stern am Donnerstagmorgen über Friedrichshain aufgegangen.

Anlässlich der feierlichen Gebäudeübergabe des Bauherren CA Immo an die neuen Nutzer des Bürohauses, die Mercedes-Benz-Vertriebszentrale, wurde das acht Meter hohe Markenzeichen des Automobilkonzerns in eine aufrechte Position gebracht. Nun soll der Stern dann mindestens zehn Jahre lang über der East-Side-Gallery an der Mühlenstraße leuchten – für diesen Zeitraum wurde der Mietvertrag geschlossen.

Ab Mitte Juli werden dann die Umzugswagen vom Potsdamer Platz an das Spreeufer zwischen Ostbahnhof und O2-Arena rollen. „Es wird bis Ende August dauern, bis alle 1200 Mitarbeiter am neuen Standort eingezogen sind“, sagte Harald Schuff, Vorsitzender der Geschäftsleitung Mercedes-Benz Vertrieb Deutschland. Die 15 Jahre am Potsdamer Platz seien gute Jahre gewesen, fügte Schuff hinzu. Jedoch seien die Mitarbeiter dort zuletzt auf drei Gebäude verteilt gewesen. Im Gebäudeensemble an der Spree, das in einer rekordverdächtigen Zeit von 20 Monaten hochgezogen worden ist, haben nun alle Mitarbeiter Platz. Das aus einem siebengeschossigen Flachbau und einem 14-geschossigen Hochhaus bestehende Bürogebäude wurde nach den Plänen des Berliner Architekturbüros Gewers & Pudewill erbaut. Während die Fassade ganz in schimmerndem Schwarz gestaltet wurde, dominieren im Inneren heller Kalkstein, weiße Möbel und geölte Parkettböden.

„Ein tolles und elegantes Gebäude, das sowohl zum Unternehmen und seinen Produkten als auch zu Berlin passt“, lobte Senatsbaudirektorin Regula Lüscher. Dass das Gebäude sich nicht nach außen verschließe, sondern zum Besuch einlade, sei ein wichtiges Signal in den Kiez. So wird es in dem Gebäude auch ein Restaurant, eine Cafeteria sowie einen Showroom geben, die öffentlich zugänglich sind. „Wir brauchen große Unternehmen genauso wie kleine Start-ups und Bürgerinitiativen“, ergänzte Peter Beckers (SPD), stellvertretender Bürgermeister von Friedrichshain-Kreuzberg. Damit spielte Beckers auf die anfänglich heftigen Proteste gegen die Ansiedlung des Konzerns im Szenebezirk an. Doch Proteste blieben bei der Feier am Donnerstag aus.