Handel

Karstadt kündigt „sehr aufregende Entwicklungen“ an

Kein Kurswechsel bei Karstadt.

Der scheidende Vorstandschef Andrew Jennings hält an der Umbaustrategie fest und will die Sanierung des Warenhauskonzerns noch beschleunigen. „Wir werden in den kommenden Monaten das Tempo unseres Marathons steigern“, sagte Vorstandschef Andrew Jennings am Donnerstag nach einer Aufsichtsratssitzung bei der Karstadt Warenhaus GmbH laut einer Mitteilung. Der Manager kündigte „sehr aufregende Entwicklungen“ an. Als Beispiele nannte er die Einführung neuer Marken sowie „nationale Marketingkampagnen im September und Oktober“.

Karstadt befinde sich unter sehr schwierigen Marktbedingungen in einem fundamentalen Transformationsprozess, sagte Jennings weiter. So habe das Management Entscheidungen treffen müssen, die kurzfristig negative Effekte auf Umsatz und Ertrag hätten, „aber notwendig für die langfristige Gesundung des Unternehmens sind“.

Das Unternehmen will am Ausstieg aus der Tarifbindung festhalten. „Um die Gesundung des Geschäfts sicherzustellen, braucht Karstadt eine Tarifpause“, sagte Arbeitsdirektor Kai-Uwe Weitz laut der Mitteilung. Ziel des Managements sei, mit den Betriebsräten ein Dokument zu verhandeln, in dem der Status Quo inklusive des Manteltarifvertrags garantiert werde. Weitere Themen der Sitzung wurden zunächst nicht bekannt. Beobachter vermuten, dass auch der anstehende Wechsel an der Karstadt-Spitze zur Sprache kam.

Die Beschäftigten erwarteten, dass Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen mit eigenen Investitionen die Modernisierung des Unternehmens beschleunige, sagte Ver.di-Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Die Gewerkschaft fordert, die Unternehmensstrategie zu überprüfen. Auch der weitgehend umgesetzte Abbau von 2000 Arbeitsplätzen und der Ausstieg aus der Tarifbindung gehörten auf den Prüfstand.