Führungswechsel

Karstadt-Chef Andrew Jennings wirft angeblich das Handtuch

Die kriselnde Warenhauskette Karstadt muss sich einem Zeitungsbericht zufolge einen neuen Chef suchen.

Karstadt-Chef Andrew Jennings werde seinen Ende des Jahres auslaufenden Vertrag nicht verlängern, berichtete die „Bild am Sonntag“ unter Berufung auf Aufsichtsratskreise. Grund für die Trennung seien Differenzen über die Strategie zur Sanierung der kriselnden Warenhauskette. Von Karstadt war am Sonnabend zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Zuletzt war der Streit zwischen dem Karstadt-Management und den rund 20.000 Arbeitnehmern eskaliert. Mitte Mai erklärte der Warenhauskonzern seinen Ausstieg aus der Tarifbindung, um sich künftige Lohnerhöhungen zu sparen. Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen, der die Warenhauskette 2010 aus der Insolvenz übernommen hatte, hatte sich am Dienstag in der Konzernzentrale persönlich vom Management über die Lage bei Karstadt informieren lassen.

Zuvor hatte Berggruen in Interviews die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di angegriffen. Verdi hat Karstadt-Mitarbeiter zu Protesten aufgerufen, auch in Berlin gab es schon Aktionen. Wäre er nicht eingestiegen, gebe es Karstadt nicht mehr, sagte Berggruen unlängst. Das würden viele vergessen.

Berggruen hatte Karstadt 2010 für den symbolischen Betrag von einem Euro gekauft. Karstadt gehörte seinerzeit zur Insolvenzmasse von Arcandor, vormals Karstadt-Quelle. Allein in Berlin arbeiten aktuell rund 3000 Menschen für Karstadt. Neben der Perle des Kaufhaus-Konzerns, dem Kadewe, gibt es sieben klassischen Warenhäuser in der Stadt. Dazu kommen zwei Sporthäuser und ein „Karstadt Schnäppchenmarkt“ in Neukölln. Angesichts der anhaltenden Krise bei Karstadt gibt es immer wieder Gerüchte um ein Zusammengehen mit dem Konkurrenten Kaufhof, der dem Handelskonzern Metro gehört. Auch Berggruen wurde ein entsprechendes Interesse nachgesagt.

Einem Vorabbericht des Magazins „Focus“ zufolge sank der Umsatz von Karstadt im Mai um fünf Prozent. In den Vormonaten habe das Minus mit im Schnitt zehn Prozent sogar doppelt so hoch gelegen, berichtete das Magazin unter Berufung auf Unternehmenskreise.