Krise

Schäuble: Anfangs keine Strategie für Griechen-Hilfen

Die ersten Rettungsversuche für Griechenland liefen offenbar weniger professionell ab als gedacht.

Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagte am Rande einer Veranstaltung in Berlin, man habe bei dem ersten Paket im Jahr 2010 nach der Versuchs- und Irrtums-Methode gehandelt. Das zweite Hilfsprogramm für Athen bezeichnete er als viel besser als das erste. Auf dem Weg sei hinzugelernt worden. Griechenland habe einen großen Schritt gemacht.

Schäuble reagierte damit auf einen kritischen Bericht des Internationalen Währungsfonds (IWF). Vom IWF waren in dieser Woche verschiedene Studien vorgelegt worden zu seiner Beteiligung am griechischen Hilfspaket – darunter auch eine Bewertung der Rolle des Währungsfonds bei der Genehmigung eines Kredits vor drei Jahren, als sich die Krise verschärfte. Im Kern geht es unter anderem darum, dass die Erwartungen an das erste Hilfspaket aus heutiger Sicht deutlich übertrieben waren. Es sei zu wenig getan worden, um das Wachstum der griechischen Wirtschaft anzukurbeln, heißt es in dem Bericht. Schließlich sei der erwünschte Effekt einer Reduzierung der Staatsschulden nicht im erhofften Maße eingetreten, sodass schließlich später ein Schuldenschnitt nötig wurde – „mit Kollateralschäden für die Bankbilanzen, die durch die Rezession ohnehin geschwächt waren“. Dort steht auch, dass der IWF „Bedenken“ bezüglich der Schuldenlast Griechenlands hatte. Auch geht der IWF in dem Dokument davon aus, dass die europäischen Steuerzahler ihre Rettungsmilliarden nicht komplett wiedersehen werden.