Medien

Deutsche gewöhnen sich nur langsam an elektronische Bücher

Die Nachfrage nach Literatur auf elektronischen Lesegeräten (E-Books) entwickelt sich in Deutschland langsam.

„Das E-Book ist bei uns angekommen und relevant, geht aber in kleinen Schritten voran“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Alexander Skipis, in Frankfurt/Main. Der Umsatzanteil des E-Books am gesamten Buchmarkt ohne Schul- und Fachbücher sei im vergangenen Jahr von 0,8 auf 2,4 Prozent gestiegen. Der gesamte deutsche Buchhandel sei „nahezu stabil“, der Umsatz sei im vergangenen Jahr um 0,8 Prozent auf 9,52 Milliarden Euro zurückgegangen.

Mehr als die Hälfte der Neuerscheinungen (54 Prozent) würden inzwischen auch als E-Book herausgegeben, sagte der Sprecher des Arbeitskreises Elektronisches Publizieren im Börsenverein, Steffen Meier. 53 Prozent der Verlage hätten derzeit E-Books im Programm, 84 Prozent wollten dies künftig tun. Allerdings entgleite den Verlagen der Direktvertrieb, der Vertrieb über den Online-Buchhandel sei inzwischen auf 72 Prozent gestiegen. Dessen Konzentration werde als Risiko angesehen. Vor allem die Buchhändler leiden nach den Worten von Meier unter dem E-Book: In einer Umfrage gingen sie vor allem wegen der Inhalte in elektronischer Form von einer Fortsetzung des jährlichen Umsatzrückgangs von 16 Prozent seit 2011 bis ins Jahr 2015 aus. Dabei seien E-Books genauso über die Homepages von Buchhandlungen wie beim Großhandel zum gleichen Preis zu beziehen. Auch Hauptgeschäftsführer Skipis sieht die Rolle von Online-Großhändlern kritisch: Deren Monopolisierung gefährde die ökonomische und kulturelle Vielfalt.