Ausbeutung

Technologiekonzern Apple rückt von Zulieferer Foxconn ab

Der US-Elektronikriese Apple rückt offenbar von seinem langjährigen Zulieferer Foxconn ab.

Apple werde sein geplantes günstiges iPhone, das im Laufe dieses Jahres in die Läden kommen soll, vom Foxconn-Konkurrenten Pegatron fertigen lassen, berichtet das „Wall Street Journal“. Pegatron sitzt wie Foxconn in Taiwan, lässt aber auch viel in China produzieren.

Es seien „strategische Gründe“, die Apple vom Foxconn-Konzern Hon Hai zu Pegatron trieben, zitierte die Zeitung „Eingeweihte“. Apple-Chef Tim Cook wolle das Risiko breiter streuen, nachdem Foxconn 2012 Smartphones mit verkratzten Metallhüllen geliefert habe. Zudem habe Pegatron, um den Riesenauftrag zu bekommen, günstigere Preise als Foxconn geboten, sagten Analysten der Zeitung. Apple wollte den Bericht nicht kommentieren.

In chinesischen Fabriken Foxconns hatten einige Mitarbeiter wegen der Arbeitsbedingungen Suizid begangen. Das Unternehmen musste die Bedingungen wegen des großen öffentlichen Drucks verbessern und zahlt seitdem auch höhere Löhne. Das schmälert die Rendite des Konzerns. Seit 2010 haben nach Angaben von Arbeitsrechtsorganisationen 13 Foxconn-Arbeiter Suizid begangen. Erst im April stürzten sich demnach zwei junge Männer und eine Frau in den Tod.

Foxconn beschäftigt insgesamt 1,2 Millionen Mitarbeiter in China, der Konzern beliefert neben Apple auch andere Elektronikfirmen wie Sony und Nokia. Pegatron, benannt nach dem fliegenden Pferd Pegasus, hat nach Angaben der Zeitung rund 100.000 Beschäftigte in Taiwan und in China. In der zweiten Jahreshälfte solle die Zahl der Mitarbeiter in China aber um 40 Prozent steigen, sagte demnach Finanzvorstand Charles Lin – Analysten werten das als Hinweis auf die Produktion des Billig-iPhones.

Pegatron fertigt dem „Wall Street Journal“ zufolge bereits einen kleinen Teil des Apple-Smartphones und begann 2012 damit, das iPad Mini herzustellen. Die 2008 gegründete Firma produziert nach eigenen Angaben auch Computer, Spielekonsolen und Fernseher.