Gesundheitswesen

Klinikbetreiber Helios bietet Versicherungen an

Kunden können Leistungen wie Privatversicherte abrufen

Der Gesundheitskonzern Fresenius wagt einen Vorstoß in das Versicherungsgeschäft. Die Krankenhaustochter Helios werde künftig gemeinsam mit dem Versicherer Debeka betriebliche Krankenzusatzversicherungen anbieten, teilte Helios am Mittwoch in Berlin mit. Das Angebot richte sich an alle deutschen Unternehmen. Deren Beschäftigten könnten dann bei einem Krankenhausaufenthalt in einer der mehr als 50 Helios-Akutkliniken Leistungen wie Privatversicherte in Anspruch nehmen, sagte Helios-Chef Franceso De Meo. Dazu sollen je nach Tarif Ein- oder Zweitbettzimmer sowie die Behandlung durch einen Chefarzt oder einen anderen Mediziner nach Wahl gehören.

Helios will bei dem Angebot mit dem Konkurrenten Rhön-Klinikum zusammenarbeiten. „Auch Kliniken von Rhön kommen als Partner in Betracht“, sagte De Meo. Die Gespräche verliefen konstruktiv. Er gehe davon aus, dass sie in Kürze zu einem guten Abschluss kämen. Die Kooperation ist delikat, denn im vergangenen Jahr war die gut drei Milliarden Euro schwere Übernahme von Rhön durch Fresenius gescheitert, weil der Konkurrent Asklepios in letzter Minute bei den Franken eingestiegen war. De Meo hatte zuletzt die Hoffnung noch nicht aufgegeben, den Deal doch noch unter Dach und Fach zu bringen. Das hatte er der Berliner Morgenpost im Dezember gesagt.

Das originäre Geschäftsmodell von Helios besteht in der Übernahme defizitärer Krankenhäuser, die dann zukunfsfähig gemacht werden sollen. „Wie in den vergangenen Jahren wollen wir durch Übernahmen jährlich um ungefähr 150 Millionen Euro Umsatz wachsen. Damit dürften wir gut auf die für 2015 erwarteten vier bis 4,25 Milliarden Euro Umsatz kommen“, so De Meo damals.

Helios und die bei privaten Krankenversicherungen führende Debeka sind bei ihrem Projekt nach eigenen Angaben auch offen für weitere Partner. Laut De Meo hat bereits das Uniklinikum in Dresden eine Mitarbeit als Leistungspartner zugesagt. Die Helios-Plus-Card, wie sich das Angebot nennt, soll auch Präventionsangebote umfassen. Seit dem Jahr 2008 gibt bereits ein solches Angebot für Helios-Mitarbeiter.