Unternehmen

EU untersucht Vertriebspraktiken von Apple

Die EU-Wettbewerbshüter untersuchen nach Beschwerden von Mobilfunkanbietern die iPhone-Vertriebsgeschäfte von Apple.

Telekom-Unternehmen bekamen einen neunseitigen Fragebogen aus Brüssel zugeschickt, wie die „Financial Times“ berichtete. Dabei gehe es unter anderem darum, ob der Apple-Konzern Mindestbestellmengen festschreibe und von den Firmen mindestens so hohe Subventionen und Marketing-Hilfe wie für Rivalen fordere.

Vertreter von Mobilfunkanbietern hatten sich immer wieder unzufrieden mit aus ihrer Sicht zu strikten Vertriebsvorgaben von Apple gezeigt. Das 2007 gestartete populäre iPhone mit dem dazugehörigen App Store kann als ein Wendepunkt für die Mobilfunkkonzerne betrachtet werden. Damals buhlten die Anbieter um den Exklusiv-Vertrieb des iPhone und nahmen dafür einen Kontrollverlust in Kauf. Zuvor lag es mehr in ihrer Hand, welche Software auf den Geräten lief und zu welchen Konditionen sie verkauft wurden.

Die Kommission hat Informationen, die darauf hinweisen, dass Apple und mobile Netzbetreiber Verträge abgeschlossen haben, die potenziell zum Ausschluss anderer Smartphone-Hersteller von den Märkten führen könnten, heißt es in dem EU-Fragebogen. Die Untersuchung befinde sich aber noch in einer frühen Phase, schreibt die Zeitung. Die EU-Kommission selbst schränke ein, dass im europäischen Smartphone-Markt starker Wettbewerb herrsche – unter anderem der südkoreanische Samsung-Konzern ist sehr gut im Geschäft mit seinen Galaxy-Geräten. Apple selbst beteuert, dass alle Vertriebsverträge den Gesetzen entsprächen.

Dem Fragebogen zufolge will die EU-Kommission auch wissen, ob Apple auf technische Weise oder in Verträgen den Einsatz des iPhone in superschnellen 4G-Netzen einschränkt.