Fluggesellschaften

Ryanair will in fünf Jahren zu Lufthansa aufschließen

Umsatz und Gewinn von Europas größtem Billigflieger Ryanair zogen im vergangenen Geschäftsjahr deutlich an, wie Firmenchef Michael O’Leary in Dublin berichtete.

Auch im laufenden Jahr rechnet er mit Zuwächsen, wegen der Rezession in der Euro-Zone dämpfte er indes allzu hohe Erwartungen. Am Aktienmarkt spielte das keine Rolle. Dort beflügelten die Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr. Das Ryanair-Papier legte mehr als sieben Prozent zu und kostete mit 6,739 Euro so viel wie noch nie zuvor.

Der Gewinn stieg im Geschäftsjahr 2012/13 um 13 Prozent auf 569,3 Millionen Euro – mehr als Analysten erwartet hatten und das Unternehmen anvisiert hatte. Der Umsatz zog um 13 Prozent auf 4,88 Milliarden Euro an. Gestützt wurde das von einem Passagierplus von fünf Prozent auf 79,3 Millionen und höheren Erlösen pro Kunde. Ryanair profitiert wie der Konkurrent Easyjet von Problemen der etablierten Fluglinien.

In den kommenden fünf Jahren soll O’Leary zufolge der Marktanteil im europäischen Kurzstreckenmarkt auf 20 Prozent steigen. Er setzt dabei auf den Kostenvorteil seines Unternehmens und darauf, dass etablierte Betreiber weiter die Kosten drücken und ihre Kapazitäten senken müssten. In fünf Jahren soll die jährliche Passagierzahl auf 100 Millionen steigen. Die Iren würden damit zur Lufthansa aufschließen. Deutschlands größte Fluglinie transportierte im Vorjahr 103 Millionen Passagiere.

Doch ganz spurlos geht die Schuldenkrise in Teilen Europas an Ryanair nicht vorbei. O’Leary rechnet mit geringeren durchschnittlichen Erlösen. Zudem dürfte das Wachstum bei den Passagieren nicht so weitergehen wie zuletzt. Zusammen mit dem erwarteten Anstieg bei den Kerosinkosten dürfte das Gewinnplus im laufenden Jahr geringer ausfallen. Der Gewinn werde 2013/2014 zwischen 570 und 600 Millionen Euro liegen – ein Plus von maximal fünf Prozent.