Gewerkschaften

Metall-Tarifstreit beigelegt: Mehr Geld in zwei Stufen

Nach zahlreichen Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie haben Gewerkschaft und Arbeitergeber in Bayern einen Pilotabschluss erzielt. Sie einigten sich auf ein Lohnplus von insgesamt 5,6 Prozent in zwei Stufen bei einer Laufzeit von 20 Monaten. Gewerkschaft und Arbeitgeberverband Gesamtmetall empfahlen ihren Regionalverbänden, die Tarifeinigung für alle Betriebe und die 3,7 Millionen Beschäftigten zu übernehmen. Sie sprachen von einem fairen Kompromiss und lobten die Planungssicherheit durch die lange Laufzeit. Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt nannte das Ergebnis „wirtschaftlich noch vertretbar“.

Die in München erzielte Einigung sieht ab Juli eine Anhebung der Löhne um 3,4 Prozent vor, im Mai 2014 folgt ein weiteres Plus von 2,2 Prozent. Der Tarifvertrag läuft vom 1. Mai 2013 bis zum 31. Dezember 2014. Mai und Juni sind „Nullmonate“ ohne Lohnplus. Ein Ausscheren einzelner Betriebe über eine Öffnungsklausel ist nicht vorgesehen. Auch Einmalzahlungen gibt es nicht. „Das ist ein fairer Kompromiss“, bilanzierte IG-Metall-Chef Berthold Huber. „Die Metall- und Elektroindustrie hat sichere Leitplanken. Das ist ein Wert an sich in den sehr volatilen wirtschaftlichen Zeiten.“ Der Abschluss stelle die Arbeitnehmer deutlich besser und sei für die Unternehmen verträglich. Gesamtmetall-Präsident Rainer Dulger erklärte, der Pilotabschluss zeuge von „Weitblick und Fairness“.