Umwelt

EU-Staaten einigen sich auf schonenderen Fischfang

Die EU-Staaten wollen auf Druck des Europaparlaments dafür sorgen, dass sich die Fischbestände besser erholen können.

Darauf einigten sich die Minister nach 36-stündigen Verhandlungen am frühen Mittwochmorgen in Brüssel. Sie wollen den Fischern zum Beispiel weitgehend verbieten, ungewollt gefangenen Fisch tot oder verletzt zurück ins Meer zu werfen. Dazu müssen die Fangmethoden geändert werden. Die Reform soll den Kurs der europäischen Fischereipolitik für die kommenden Jahre bestimmen.

„In einigen Punkten haben sich die Minister bewegt, aber ich hätte mir noch mehr Mut gewünscht“, erklärte die SPD-Europaabgeordnete Ulrike Rodust. Sie ist im Parlament die Hauptansprechpartnerin für die Fischereireform. Die Abgeordneten im Europaparlament müssen dem Gesetzeswerk zustimmen. Sie hatten zuvor angekündigt, grünes Licht könnten sie nur im Austausch für weitere Zugeständnisse geben.

So wollen die Staaten etwa das Über-Bord-Werfen ungewollt gefangener Fische stärker einschränken als bisher geplant. Denn die Tiere landen oft verletzt im Wasser und sterben dort – ihr Fang nützt damit niemandem. Die Zahl dieser sogenannten Rückwürfe wollen die EU-Länder im Laufe mehrerer Jahre auf höchstens fünf Prozent der Fänge drücken. Im Februar hatten die Staaten dagegen noch bis zu sieben Prozent zulassen wollen.

Zudem wollen die Minister festschreiben, dass die Fangobergrenzen (Quoten) künftig so festgesetzt werden, dass die Fischbestände langfristig nicht überstrapaziert werden. Umweltorganisationen genügt das allerdings nicht. „Ausgerechnet beim Herzstück der Reform, dem verpflichtenden Wiederaufbau der Fischbestände, fehlt den Ministern der Wille“, bemängelte Anna Holl vom WWF. Die Organisation will eine deutlich zurückhaltendere Befischung, damit die Bestände sich rascher erholen.