Verbraucher

Vor 90 Jahren wurde das Eis am Stiel patentiert

Eis am Stiel hat in diesen Tagen Geburtstag. Es wird 90 Jahre alt.

Zumindest ließ sich der Amerikaner Harry B. Burt im Mai 1923 ein an einem Stöckchen gefrorenes Vanilleeis samt Schokoladenüberzug patentieren. Damit begann der internationale Siegeszug. Im vergangenen Jahr wurden allein in Deutschland rund eine Milliarde Eis am Stiel verkauft, berichteten die deutschen Markeneishersteller in Bonn. Die Stiele werden aus Buchenholz gefertigt. „Das splittert nicht und ist bruchsicher.“

Der Speiseeismarkt in Deutschland gliedert sich in drei Bereiche. Den größten Marktanteil hält das industriell hergestellte Eis, zu dem auch das Stieleis gehört. Der Herstellungsprozess ist weitestgehend geschlossen. Soweit es die Zutaten erlauben, wird die Eismasse grundsätzlich homogenisiert und pasteurisiert. Es hat mit 506 Millionen Litern einen Marktanteil von rund 80 Prozent. Mit 17 Prozent Marktanteil (107 Millionen Liter) folgt das in Eisdielen und Gastronomiebetrieben selbst hergestellte Eis. Das hauptsächlich über Fast Food-Ketten und Automaten vertriebene Softeis kam im vergangenen Jahr auf einen Marktanteil von 3 Prozent (20 Millionen Liter).

Auch wenn das Patent vor 90 Jahren angemeldet wurde, das erste Speiseeis wurde weit früher hergestellt. Rezeptfunden zufolge wird vermutet, dass Milchprodukte in China bereist um 600 nach Christus eingefroren wurden. Die erste Speiseeisfabrik öffnete hingegen erst im 19. Jahrhundert – 1851 im amerikanischen Baltimore. Den großen Durchbruch brachte die 1881 in Betrieb genommene Kältemaschine. In Europa steht Deutschland mit einem Pro-Kopf-Verbrauch an Speiseeis von 8,1 Litern im Jahr im europäischen Vergleich auf Rang vier. Den höchsten Verbrauch haben die Finnen (14,5 Liter). Es folgen Schweden (11,6 Liter) und Dänemark (9,9 Liter). Absolute Spitzenreiter beim weltweiten Pro-Kopf-Verbrauch sind mit 28,4 Liter die Neuseeländer. Laut der Union Italienischer Speiseeishersteller stand Vanilleeis in Deutschland im vergangenen Jahr an erster Stelle in der Rangliste der bevorzugten Sorten, gefolgt von Schokolade und Erdbeere.