Gesundheit

145 Milliarden Euro Kosten durch berufsbedingte Leiden in Europa

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Mehr als zwei Millionen Menschen auf der Welt sterben nach Erhebungen der Internationalen Arbeitsorganisation ILO jedes Jahr infolge von Erkrankungen am Arbeitsplatz. Dazu kommen 321.000 Arbeitsunfälle mit Todesfolge meldete die ILO. Durch Arbeitszeitausfälle und Belastungen für das Versicherungssystem entstehen Kosten von vier Prozent des Weltsozialprodukts, rechnet die ILO vor. Allein in der Europäischen Union dürften sich die Kosten auf mindestens 145 Milliarden Euro pro Jahr belaufen.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in Dortmund beziffert die Zahl der Arbeitsunfälle (mit landwirtschaftlicher Sozialversicherung) im Jahr 2011 auf 1.007.864. Das waren weniger Unfälle als im Vorjahr – trotz steigender Erwerbstätigenzahl. 664 Unfälle endeten tödlich, davon 520 im Betrieb und 144 im Straßenverkehr. Nur im Krisenjahr 2009, als die Wirtschaft stark schrumpfte und weniger gearbeitet wurde, lag die Zahl der Arbeitsunfälle unter der Millionen-Marke. Die Arbeitsunfallquote je 1000 Versicherte ging 2011 von 27,4 auf 26,0 zurück.

Unter den Berufskrankheiten stehen heutzutage Hauterkrankungen mit mehr als 25.000 Verdachtsanzeigen an erster Stelle, gefolgt von Lärmschwerhörigkeit mit rund 12.000 Anzeigen. Diese Fälle führen allerdings nur in wenigen Fällen zur Verrentung. Besondere Bedeutung haben in Deutschland nach wie vor die asbestbedingten Erkrankungen Asbestose, Asbestose mit Lungenkrebs und Rippen- oder Bauchfellkrebs. Zwischen 1980 und 2011 wurden fast 70.000 asbestbedingte Berufskrankheiten anerkannt. 31.093 Versicherte starben an ihrer Erkrankung.

Eine Zunahme von psychisch belastenden Arbeitsbedingungen kann die BAuA, die regelmäßig Erwerbstätige befragt, trotz der intensiven öffentlichen Diskussion um „Burn-Out“ nicht feststellen. Psychische Belastungen außerhalb der Arbeitswelt waren allerdings nicht Gegenstand der Befragung, räumt die Behörde ein. Sie verweist zugleich auf die Zunahme von Schicht-, Abend- und Nacharbeit. Dies könne bei psychischen Belastungen eine Rolle spielen.